US-Wahlkampf Obama trifft im Irak ein

Barack Obama geht in die Offensive: Auf seiner Tour durch die Einsatzgebiete der US-Armee ist er nun im Irak eingetroffen - und will damit auch Vorwürfe seines Rivalen McCain entkräften, er habe keine Ahnung vom Kriegsalltag. Die Iraker selbst setzen große Hoffnungen in Obama.


Bagdad - Erst Afghanistan, nun der Irak: Der designierte Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten, Barack Obama, ist am Montag im Rahmen seiner internationalen Wahlkampfreise zu einem Kurzbesuch im Irak eingetroffen. Dies teilte ein Sprecher der US-Botschaft in Bagdad mit.

US-Demokrat Obama: Erst Afghanistan, dann Irak
AP

US-Demokrat Obama: Erst Afghanistan, dann Irak

Aus Sicherheitsgründen wurde nur wenig über Obamas konkrete Besuchspläne bekannt. Es gilt jedoch als sicher, dass er mit dem Oberkommandierenden der US-Streitkräfte im Irak, General David Petraeus, sowie mit Ministerpräsident Nuri al-Maliki zusammentreffen will.

Obama hatte zuvor Afghanistan besucht, wo er eine umgehende Aufstockung der US-Truppen gefordert hatte. Obama will im Falle eines Wahlsiegs im November die Truppen in Afghanistan um weitere 10.000 US-Soldaten verstärken. Angesichts der eskalierenden Gewalt bräuchten die Soldaten stärkere Unterstützung. Dafür sollen im Falle seines Wahlsiegs Soldaten aus dem Irak abgezogen werden.

Nach einer nicht repräsentativen Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters ist Obama unter den Irakern äußerst beliebt. Viele Menschen im Land setzen große Hoffnungen in den Demokraten. "Ich unterstütze Obama", sagte ein Befragter etwa. "Ich glaube, er wäre die beste Wahl für den Irak und die ganze Welt. Sollte McCain gewinnen, wäre ich wirklich verzweifelt."

In Kabul hatte Obama zuvor den afghanischen Staatspräsidenten Hamid Karzai getroffen. Einzelheiten des Gesprächs wurden nicht bekannt. Obamas rund 30-stündiger Aufenthalt in Afghanistan, der von extremen Sicherheitsmaßnahmen gekennzeichnet war, galt vor allem US-Truppen in verschiedenen Landesteilen.

Die Reise, mit der Obama vor allem sein außenpolitisches Profil schärfen will, wird ihn auch nach Israel und Jordanien sowie nach Berlin, Paris und London führen.

Am Sonntagabend war Obama nach Kuwait weitergereist. Er kam nach Angaben der Agentur Kuna mit dem Emir, Scheich Sabah al-Ahmed al-Dschabir al-Sabah, zusammen. Dabei wurden vor allem die Zusammenarbeit zwischen den USA und Kuwait sowie regionale Probleme erörtert.

ffr/AP/dpa/Reuters



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