US-Wahlkampf Obama will Gespräche mit Kuba aufnehmen

US-Präsidentschaftsbewerber Obama hat einen grundlegenden Kurswechsel in der Außenpolitik angekündigt: Sollte er Präsident werden, würde er direkte Gespräche mit Kuba führen - sogar ein Treffen mit dem neuen Staatschef Raul Castro sei denkbar.


Miami - Im Falle eines Wahlsiegs will sich der demokratische Präsidentschaftsbewerber Barack Obama für eine neue Kuba-Politik stark machen. "Es ist Zeit, dass wir den Amerikanern mit kubanischen Wurzeln gestatten, ihre Mütter, Väter und Geschwister zu sehen", sagte er am Freitag auf einem Treffen mit Vertretern der kubanischen Gemeinschaft in Miami.

Demokrat Obama: "Direkte Diplomatie mit Kuba"
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Demokrat Obama: "Direkte Diplomatie mit Kuba"

Sollte er Präsident werden, würde er deinen direkten Dialog mit Kuba aufnehmen und wäre auch zu einem Treffen mit dem kubanischen Staatschef Raul Castro bereit, sagte Obama weiter. "Nach acht Jahren desaströser Politik von George W. Bush ist es an der Zeit, direkte Diplomatie gleichermaßen zu Freund und Feind zu betreiben." Bush hatte in seiner Amtszeit eine Lockerung der US-Sanktionen gegen Kuba verhindert.

Gegen Kuba gilt in den USA seit mehr als vier Jahrzehnten ein Wirtschafts-, Handels- und Finanzembargo. Reisen kubanischer US-Bürger auf die kommunistisch regierte Insel werden seither nur sporadisch und mit einer zeitlichen Begrenzung erlaubt. US-Bürgern ohne kubanischem Hintergrund sind Kuba-Reisen verboten.

Allerdings bedürften direkte Gespräche mit dem neuen Staatschef Raul Castro einer "ausführlichen Vorbereitung", sagte Obama. Zugleich forderte er die Führung des sozialistischen Karibikstaates auf, politische Gefangene freizulassen und Schritte in Richtung Demokratie zu unternehmen. Bevor dies nicht geschehe, würde er als Präsident am US-Embargo festhalten, versicherte Obama.

Obama reagierte damit auf Kritik des designierten republikanische Präsidentschaftskandidaten John McCain, der solche direkten Kontakte auf höchster Ebene zu Kuba wie etwa auch zum Iran strikt ablehnt. Obama hatte im Wahlkampf immer wieder seine grundsätzliche Bereitschaft betont, sich als Präsident auch mit der iranischen Führung zu treffen.

amz/AFP/dpa/AP



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