USA Maduro-Anhänger in venezolanischer Botschaft in Washington festgenommen

Seit Wochen verschanzen sich Maduro-Anhänger in der venezolanischen Botschaft in Washington, während Oppositionelle davor protestieren. Nun haben die US-Behörden eingegriffen.

"Wir wollen unser Land zurück": Demonstranten vor der venezolanischen Botschaft in Washington
Jose Luis Magana/DPA

"Wir wollen unser Land zurück": Demonstranten vor der venezolanischen Botschaft in Washington


US-Polizisten haben vier Aktivisten festgenommen, die sich in der venezolanischen Botschaft in Washington aufhielten. Kreise im US-Außenministerium bestätigten die Festnahme.

Die Botschaft ist seit Wochen Schauplatz einer Konfrontation zwischen Unterstützern des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro und Anhängern des selbsterklärten Interimspräsidenten Juan Guaidó. Linke Demonstranten, darunter die Bürgerrechtsgruppe "Code Pink", wollten verhindern, dass Vertreter Guiadós in das Gebäude gelangen. Die Organisation erklärte, die vier festgenommenen Aktivisten hätten auf Einladung der Maduro-Regierung in der Botschaft gelebt, um Anhänger von Guiado fernzuhalten.

Maduro und Guaidó liefern sich seit Monaten einen erbitterten Machtkampf. Die USA unterstützen Guaidó und verlangen Maduros Rücktritt. (Lesen Sie hier, wer wen unterstützt in Venezuela.)

Maduros Regierung kritisierte die Festnahmen scharf. "Unsere diplomatische Vertretung in Washington wurde heute im Zuge eines beispiellosen Polizeieinsatzes besetzt", schrieb Außenminister Jorge Arreaza auf Twitter. "Sie haben ihre Verpflichtungen aus der Wiener Konvention nicht erfüllt und die Menschenrechte der Aktivisten verletzt, die mit unserer Erlaubnis unsere Botschaft beschützt haben."

Guaidós Gesandter in Washington dankte den US-Behörden dagegen. "Raus mit den Invasoren aus unserer Botschaft", schrieb Carlos Vecchio auf Twitter. "Wir bedanken uns bei der US-Regierung, dem Außenministerium und den Sicherheitsbehörden für die Unterstützung."

Guaidó bedankt sich bei der EU

Unterdessen bedankte sich Guaidó in einem vorab veröffentlichten ZDF-Interview bei der Bundesregierung und der EU für den Beistand im Machtkampf mit Maduro. "Ganz wichtig ist die symbolische und moralische Unterstützung wegen dieser ganz, ganz schwierigen Situation der Menschen in unserem Land", sagte der venezolanische Oppositionsführer.

Guaidós Ziel sei, gegen die "Diktatur von Maduro" anzugehen. Auf die Frage, wie er zu einer militärischen Intervention der USA stehe, sagte Guaidó, dass man eigentlich freie demokratische Wahlen wolle. "Eine der Optionen, (...) ist eine Intervention. Aber die Venezolaner wollen das eigentlich nicht."

Bereits am Dienstag hatten Sicherheitskräfte das Parlament in der Hauptstadt Caracas blockiert. Abgeordnete der Opposition wurden nach eigenen Angaben von der Nationalgarde und dem Inlandsgeheimdienst Sebin am Betreten des Gebäudes gehindert. Geheimdienst-Mitarbeiter hätten dies mit einem Sprengstoff-Fund im Parlament begründet, sagte die Abgeordnete Manuela Bolívar der Nachrichtenagentur AFP. Guaidó warf der Regierung daraufhin vor, die Nationalversammlung "mit Gewalt knebeln" zu wollen.

Besserung im Konflikt könnten Gespräche beider Parteien in Norwegen bringen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, seien Vertreter der Regierung und der Opposition nach Europa gereist, um dort womöglich über das weitere Vorgehen beraten zu wollen. Gespräche hätte es bisher aber noch nicht gegeben. Norwegen hatte sich im März als Mediator angeboten.

hba/dpa/REUTERS

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vigilante 17.05.2019
1. Kriegerischer Akt!
Das Eindringen in die Botschaft eines anderen Landes durch die Polizei ist ein Verstoß gegen das Wiener Abkommen und ein kriegerischer Akt! In einem Nicht-Vasallenstaat würde man sofort den US-Botschafter ins Auswärtige Amt einberufen und ihn so rund machen, daß er durch einen Gartenschlauch passt. Aber hier? HIer beschäftigen sich auch die Medien nicht mal mit diesem eklatanten Bruchs des Völkerrechtes, sondern nur mit irgendwelchen "Aktivisten".
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