USA Angst vor neuer Terrorwelle

Das US-Außenministerium hat Amerikaner vor Terroranschlägen in aller Welt gewarnt. Nach der Attacke auf den Zerstörer "USS Cole" im Jemen im Oktober 2000 hat sich die Zahl der Todesopfer auf 17 erhöht.


Die "USS Cole" nach dem Anschlag
DPA

Die "USS Cole" nach dem Anschlag

Sanaa/Washington - Nach dem Selbstmordanschlag auf den Zerstörer ordnete der amerikanische Verteidigungsminister William Cohen erhöhte Alarmbereitschaft für die gesamten US-Streitkräfte an. Das Außenministerium warnte vor Terroranschlägen auf amerikanische Einrichtungen in aller Welt. US-Bürger sollten äußerst wachsam sein und nicht nach Jemen, Israel oder in die palästinensischen Gebiete reisen.

Bei dem Selbstmordanschlag eines Schlauchbootkommandos auf die "USS Cole" im Oktober 2000 wurden insgesamt 17 Marinesoldaten getötet und 35 verletzt. Auch zehn zunächst als vermisst gemeldete Matrosen überlebten den Anschlag nach Angaben der US-Marine nicht. Die Bemühungen um ihre Bergung dauerten an, sagte eine Sprecherin.

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Die französischen Streitkräfte flogen mit einer Transall-Maschine elf verletzte US-Soldaten nach Dschibuti aus. Das Verteidigungsministerium in Paris teilte mit, sechs schwer Verletzte seien bereits in der Nacht operiert worden. Die Detonation riss ein sechs mal zwölf Meter großes Loch in den Rumpf des Kriegsschiffes. Nach Angaben der US-Marine bestand aber keine Gefahr, dass die "Cole" sinken könnte. Sie soll zurück in die Vereinigten Staaten geschleppt werden. Wie aus Kreisen der jemenitischen Polizei verlautete, wurden inzwischen zahlreiche Personen festgenommen und verhört.

Experten nannten mehrere Organisationen, die als Urheber für den Anschlag in Frage kommen: die in Jemen operierende ägyptische Vereinigung Islamischer Dschihad sowie die Islamische Armee Aden-Abjan, die radikale Organisation Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP), die Gruppe Abu Nidal und Sympathisanten des saudischen Geschäftsmanns Ussama Ibn Ladin. Diesen halten die USA für den Drahtzieher der Anschläge auf ihre Botschaften in Kenia und Tansania vor zwei Jahren, bei denen 224 Menschen getötet wurden.

Der jemenitische Präsident Ali Abdallah Salih sagte in einem Interview des US-Fernsehsenders CNN, sein Land beherberge keine Terroristen. Er glaube nicht, dass es sich um einen terroristischen Anschlag gehandelt habe. In Jemen war es in den vergangenen Tagen angesichts der Eskalation im Nahen Osten wiederholt zu antiisraelischen und antiamerikanischen Demonstrationen gekommen.

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