Nach Inspektionen US-Aufsichtsbehörde zeichnet verheerendes Bild von Migrantenlagern

Überfüllung, keine Duschen, schlechtes Essen: Nach Kritik an den Bedingungen in Flüchtlingslagern an der Grenze zu Mexiko kommt auch eine US-Behörde zu katastrophalen Ergebnissen.

Bild aus einem Video, das die Überfüllung in einem Flüchtlingslager im texanischen McAllen zeigt
REUTERS

Bild aus einem Video, das die Überfüllung in einem Flüchtlingslager im texanischen McAllen zeigt


Die interne Aufsichtsbehörde des US-Heimatschutzministeriums hat ein verheerendes Bild von Lagern gezeichnet, in denen Migranten nach dem illegalen Grenzübertritt in die USA festgehalten werden. Nach der Inspektion fünf solcher Einrichtungen der Grenzpolizei CBP im Rio Grande Valley nahe der Grenze zu Mexiko warnte das Büro des Generalinspekteurs (OIG), die Lager seien gefährlich überfüllt.

Nicht nur würden Erwachsene und auch Kinder dort häufig zu lange festgehalten. Auch die hygienischen Zustände seien alarmierend. Die meisten alleinreisenden erwachsenen Migranten, die bis zu einem Monat in den Lagern seien, hätten in der ganzen Zeit nicht duschen können, hieß es in dem Bericht.

In manchen Einrichtungen seien Feuchttücher für die persönliche Hygiene verteilt worden. Die meisten Migranten würden die Kleidung tragen, mit der sie aufgegriffen worden seien. Viele von ihnen hätten die ganze Zeit über nur Sandwiches bekommen. Einige der Festgehaltenen hätten dadurch Verdauungsprobleme bekommen, die medizinische Behandlung erfordert hätten.

Nur Platz zum Stehen

Die Aufsichtsbehörde bemängelte, in drei Einrichtungen hätten Kinder keinen Zugang zu Duschen gehabt. Der OIG-Bericht enthält Fotos, die völlig überfüllte Zellen zeigten. In einer Einrichtung seien einige Migranten eine Woche lang in einer so vollen Zelle festgehalten, dass dort nur Platz zum Stehen gewesen sei, hieß es weiter.

Mitarbeiter der besichtigten Einrichtungen hätten Sicherheitsbedenken für ihre Kollegen und die festgenommenen Migranten geäußert. Einer habe die Situation "eine tickende Zeitbombe" genannt.

Zuvor hatten bereits Anwälte auf die unhaltbaren Zustände in den Lagern hingewiesen. Sie hatten Menschen in den ansonsten strikt abgeschirmten Einrichtungen besuchen und mit Dutzenden Kindern sprechen können.

fek/dpa



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