Schießereien in den USA Obama gesteht Frust über unveränderte US-Waffengesetze

In einem US-Kino hat ein Mann mehrere Menschen erschossen, fast gleichzeitig räumt Präsident Obama politische Versäumnisse ein: Die gescheiterte Reform der Waffengesetze sei die größte Enttäuschung seiner Amtszeit.
US-Präsident Obama: Frust - und regelmäßig weitere Schüsse

US-Präsident Obama: Frust - und regelmäßig weitere Schüsse

Foto: Pablo Martinez Monsivais/ AP/dpa

Für US-Präsident Barack Obama gehört es zu den größten Enttäuschungen seiner Amtszeit, bei der Verschärfung der Waffengesetze nicht vorangekommen zu sein. Dies sei das Thema, das ihn seit seinem Amtsantritt 2009 am meisten frustriert habe, sagte Obama der britischen BBC . Die USA seien "dasjenige hochentwickelte Land der Erde", in dem es keine ausreichenden und auf "gesundem Menschenverstand" beruhenden Sicherheitsbestimmungen für das Tragen von Waffen gebe.

Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 seien weniger als hundert Amerikaner durch Terror ums Leben gekommen, Zehntausende hingegen durch sonstige Waffengewalt, sagte Obama. Er versprach, sich in den verbleibenden 18 Monaten seiner zweiten Amtszeit weiter um Reformen zu bemühen.

Im Jahr 2013 hatte Obama schärfere Waffengesetze zu einem seiner innenpolitischen Hauptanliegen gemacht, nachdem es Ende 2012 an einer Grundschule in Newtown (Connecticut) zu einem Massaker gekommen war. Allerdings scheiterte er am Kongress sowie am Einfluss der mächtigen US-Waffenlobby. Die US-Verfassung garantiert es jedem Bürger, dass er eine Waffe tragen darf. Dies wird von Millionen Waffenbesitzern als Zeichen der Freiheit verteidigt.

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USA: Schüsse in Lafayette

Foto: Treylan Arceneaux/ AP/dpa

Das Gespräch mit Obama führten die BBC-Journalisten, bevor am Donnerstagabend ein Mann in einem Kino im US-Bundesstaat Louisiana mehrere Besucher erschoss.

Die Tat erinnert an den Schützen in einem Kino in der US-Stadt Aurora: James Holmes hatte während einer "Batman"-Premiere im Juli 2012 in das Kino im Bundesstaat Colorado gefeuert. Zwölf Menschen starben, Dutzende wurden verletzt. In der vergangenen Woche wurde der Attentäter von Aurora wegen Mordes verurteilt, ihm droht die Todesstrafe.

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mxw/dpa/AFP