Lesben und Schwule in den USA Obama fordert Abschaffung von Homosexuellen-Therapie

Viele evangelikale Christen in den USA halten Homosexualität für eine Krankheit. Sie bieten Therapien an, um Lesben, Schwule und Transgender zu "heilen". Präsident Obama stellt sich gegen die Fundamentalisten.

US-Präsident Obama: Sorge um Amerikas Jugendliche
REUTERS

US-Präsident Obama: Sorge um Amerikas Jugendliche


Leelah Alcorn wurde im falschen Körper geboren. Schon mit vier Jahren fühlte sie sich als Mädchen in einem Jungenkörper. Als sie in die Pubertät kam versuchte sie, ihre Eltern von der Notwendigkeit ein geschlechtsangleichenden Operation zu überzeugen.

Doch Leelahs Eltern waren evangelikale Christen aus Ohio. Anstatt ihrem Kind zu helfen, steckten sie Leelah in eine sogenannte Koversionstherapie von fundamentalistischen Christen. Dort sollte Leelah geheilt werden.

Am 28. Dezember 2014 rannte sie nachts um 2.30 Uhr auf eine Schnellstraße. Dort erfasste sie ein Sattelschlepper. Leelah wollte so nicht mehr weiterleben. Sie hinterließ einen Abschiedsbrief. Ihre letzte Worte darin: "Ich werde erst in Frieden ruhen, wenn eines Tages Transgender nicht so behandelt werden wie ich. Mein Tod muss etwas bedeuten. Repariert die Gesellschaft. Bitte."

120.000 Unterschriften gegen die Homosexuellen-Therapie

Im Namen von Leelah haben Aktivisten eine Petition auf der Webseite des Weißen Hauses eingereicht. Sie fordern ein Ende der Konversionstherapien, mit denen christliche Extremisten Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle "heilen" wollen. Innerhalb von drei Monaten haben 120.000 Menschen die Petition unterschrieben.

Nun hat das Weiße Haus reagiert: US-Präsident Barack Obama teile die Sorge über die verheerenden Folgen, die diese Therapien für Jugendliche haben könnten, schreibt Obamas Beraterin Valerie Jarrett. "Als Teil unseres Einsatzes zum Schutz von Amerikas Jugend, unterstützt diese Regierung die Bemühungen zum Verbot der Konversionstherapien für Minderjährige."

Einige US-Staaten wie Kalifornien und New Jersey haben diese Praktiken bereits verboten. Konservative Staaten versuchen genau das Gegenteil: Oklahoma debattiert über ein Gesetz, das die Anbieter dieser Therapien vor Eingriffen der Justiz schützen soll.

Aus dem Weißen Haus heißt es, Obama wolle kein Bundesgesetz zum Verbot der Homosexuellen-Therapien anstreben. Seine Regierung werde aber alle Bundesstaaten unterstützen, die ein Verbot durchsetzen wollen.

syd/Reuters/AP

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