Protest gegen US-Regierung Bewaffnete Rancher besetzen Nationalpark in Oregon

Sie sind zum Kämpfen bereit - und, wenn nötig, offenbar auch zum Sterben. Militante Rancher haben in Oregon aus Protest gegen die US-Regierung das Verwaltungsgebäude eines Nationalparks besetzt.
Protest gegen US-Regierung: Bewaffnete Rancher besetzen Nationalpark in Oregon

Protest gegen US-Regierung: Bewaffnete Rancher besetzen Nationalpark in Oregon

Foto: AP/ The Oregonian/ Les Zaitz

Ein Nationalpark wird zur Nahkampfzone. Mitglieder einer Bürgerwehr und andere Aktivisten haben aus Protest gegen die US-Regierung das Hauptquartier eines Naturparks im Bundesstaat Oregon besetzt. Die bewaffneten Miliz-Männer wollen dort so lange bleiben, "wie es nötig ist - Tage, Wochen, oder sogar noch länger", wie der Anführer der Gruppe, Ammon Bundy, dem Sender CNN in einem Telefoninterview sagte. Der örtliche Sheriff rief die Bevölkerung auf, sich von dem Gebäude fernzuhalten.

Entzündet hatte sich der Protest an der Verurteilung von zwei Ranchern zu mehreren Jahren Haft wegen Brandstiftung. Den beiden - Vater und Sohn - wird laut Medienberichten angelastet, auf Land der Bundesregierung ein Feuer gelegt zu haben, um Spuren von Wilderei zu verwischen. Der Vater saß demnach bereits drei Monate im Gefängnis, sein Sohn ein Jahr. Ein Richter ordnete nun aber noch einmal jeweils rund vier Jahre Haft an.

Gegen die Entscheidung demonstrierten am Samstag in der Stadt Burns etwa 300 Menschen, von denen sich dann einige zu dem Naturschutzgebiet in rund 80 Kilometern Entfernung aufmachten. Das 1908 gegründete Malheur National Wildlife Refuge ist ein Mekka für Vogelbeobachter. Mehr als 320 Vogelarten versammeln sich über das Jahr hinweg an Teichen, Tümpeln und Flüssen, die den Nationalpark prägen.

Malheur National Forest (Archivfoto aus August 2015): Streit ums Land

Malheur National Forest (Archivfoto aus August 2015): Streit ums Land

Foto: Us Forest Service / Handout/ picture alliance / dpa

Bereit zu sterben

Bundy und seine Anhänger sagen, die Regierung nehme für sich Land und Ressourcen in Anspruch, die dem Volk gehörten. Dieser angebliche Machtmissbrauch müsse aufhören, es sei Zeit, sich dagegen zu erheben. Die Bürgerwehr ist der Ansicht, die Rancher seien schlicht für ihre Weigerung bestraft worden, ihr Land an die Bundesregierung zu verkaufen.

Noch ist die Gewalt nicht eskaliert. Aber die Wortwahl des Bürgerwehr-Anführers Bundy lässt darauf schließen, dass die Gruppe bereit ist, von ihren Waffen Gebrauch zu machen. Der Tageszeitung "The Oregonian"  sagte Ammon Bundy, dass bis zu hundert Menschen das Verwaltungsgebäude in Beschlag genommen hätten. Viele seiner Leute seien gewillt, zu kämpfen - und, wenn nötig, bereit zu sterben. Sein Bruder Ryan Bundy sagte, die Milizionäre wollten niemanden verletzen. Doch sie schlössen Gewalt nicht aus, wenn die Polizei versuchen würde, sie zu vertreiben.

Eine US-Nachrichtenseite veröffentlichte auf Twitter ein Foto von dem nun besetzten Gebäude:

Ein Reporter des britischen "Guardian" berichtet, er sei bei seiner Recherche von einem Mann mit Spitzbart aufgehalten worden , der mit einem Gewehr vom Typ AR-15 bewaffnet war, der zivilen Variante des amerikanischen Militärgewehrs M16.

In einem auf Facebook veröffentlichtem Video  ruft Ammon Bundy Menschen dazu auf, sich seiner Bürgerwehr anzuschließen. "Kommt ins Malheur National Wildlife Refuge, bringt eure Waffen mit", sagt er vor laufender Kamera.

Die Bundys sind die Söhne eines radikalen Ranchers aus Nevada, der 2014 Schlagzeilen machte: Er stand damals an der Spitze einer Gruppe von mehreren bewaffneten Viehzüchtern, die sich tagelang weigerten, ihre auf Regierungsland grasenden Herden abzuziehen.

jus/dpa/AFP