"Operation furchtloser Wächter" USA beginnen Ausbildung ukrainischer Soldaten

Der Warnungen aus Russland zum Trotz haben die USA damit begonnen, ukrainische Soldaten auszubilden. Innerhalb von sechs Monaten sollen 900 Angehörige der Nationalgarde trainiert werden.
US-Soldaten in der Ukraine: Militärhilfe für die Regierung in Kiew

US-Soldaten in der Ukraine: Militärhilfe für die Regierung in Kiew

Foto: Sergey Dolzhenko/ dpa

Die USA haben trotz Warnungen der russischen Regierung mit dem Training vom Einheiten der ukrainischen Nationalgarde begonnen. Ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums sagte in Washington, etwa 300 US-Soldaten würden die Ukrainer in einem Sicherheitszentrum im westukrainischen Jaworiw nahe der polnischen Grenze ausbilden. Die USA gingen davon aus, binnen sechs Monaten etwa 900 ukrainische Soldaten zu trainieren.

Die US-Militärhilfe sei Teil der Partnerschaft zwischen Kiew und Washington, sagte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko zu Beginn der Operation "Fearless Guardian", "furchtloser Wächter". Das ukrainische Militär werde nun neu aufgestellt und "nach einer langen Zeit" wie ein Phoenix aus der Asche zurückkehren.

Die Nationalgarde untersteht dem ukrainischen Innenministerium und setzt sich vor allem aus früheren Maidan-Kämpfern zusammen. Die USA unterstützen Kiew außerdem mit militärischer Ausrüstung wie gepanzerten Fahrzeugen, Schutzwesten, Radarsystemen und Nachtsichtgeräten. Waffenlieferungen lehnt Washington bislang ab.

In der Ukraine arbeiten auch Dutzende britische Militärausbilder. Zudem werden mehr als 200 Soldaten aus Kanada erwartet. Poroschenko sagte, dass sich künftig noch Soldaten aus Polen sowie "vielen anderen Ländern" an der Ausbildung des Militärs beteiligen würden. Er hofft zudem auf Waffenlieferungen. Die US-Soldaten waren in der vergangenen Woche im Internationalen Zentrum für Friedenssicherung und Sicherheit in Jaworiw nahe Lwiw angekommen.

Russland hatte gewarnt, ein solches Training könne den Waffenstillstand in der Ostukraine brüchig werden lassen. "Die Beteiligung von Ausbildern und Experten aus Drittländern auf ukrainischem Staatsgebiet hilft natürlich nicht dabei, den Konflikt beizulegen", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. "Im Gegenteil: Dies kann die Lage ernsthaft destabilisieren."

In dem bewaffneten Konflikt zwischen prorussischen Separatisten und Regierungstruppen im Osten der Ukraine wurden nach Angaben der UNO seit dem Frühjahr 2014 bereits mehr als 6000 Menschen getötet. Kiew und der Westen beschuldigen Moskau seit langem, die prorussischen Rebellen in der Ostukraine zu unterstützen. Russland weist die Vorwürfe zurück.

syd/Reuters/AFP/dpa
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