USA Bush vergleicht Irak und Afghanistan mit Zweitem Weltkrieg

Martialische Worte vom US-Präsidenten: Bei einem Besuch an einer Luftwaffen-Akademie hat George W. Bush die Krisen in Afghanistan und im Irak mit dem Zweiten Weltkrieg verglichen. Wie damals kämpfe man gegen eine "Ideologie, die Wut, Hass und Verzweiflung sät", sagte er vor Absolventen.


Washington - "Wut, Hass und Verzweiflung" - dagegen kämpfe die US-Regierung, sagte George W. Bush am Mittwoch vor Absolventen einer Luftwaffen-Akademie im US-Staat Colorado. Die USA hätten sich bereits in der Vergangenheit dieser Aufgabe gestellt, sagte der US-Präsident mit Blick auf den Zweiten Weltkrieg.

Bush in Colorado Springs: "Schlacht des Willens"
AP

Bush in Colorado Springs: "Schlacht des Willens"

War es im Zweiten Weltkrieg die Ideologie der Nazis, die derartiges Elend auslöste, sei es jetzt die "Ideologie des islamischen Extremismus". Deutschland und Japan, "einst todbringende Feinde, sind nun Verbündete".

Bush betonte, dass sich der Begriff des Sieges verändert habe. "Früher gab es Kapitulationserklärungen, Unterschriften an Deck eines Kriegsschiffes und Siegesparaden in amerikanischen Städten", sagte der Präsident. "Wenn wie heute der Krieg nach dem Sturz eines Regimes weitergeht, ist die Definition eines Sieges komplizierter."

Um den "ersten Krieg des 21. Jahrhunderts" zu gewinnen, müssten die USA auch "die Schlacht des Willens" gewinnen. Die USA könnten den Konflikt verlieren, wenn sie sich selbst in die Niederlage trieben, sagte Bush.

USA ziehen weitere 4000 Soldaten aus dem Irak ab

Im Zuge ihrer Truppenverringerung im Irak haben die USA für Juni den Abzug von rund 4000 weiteren Soldaten angekündigt. Im kommenden Monat sollten knapp 4000 US-Soldaten aus der Unruheprovinz Dijala nordöstlich von Bagdad in die Heimat zurückkehren, teilte die Armee in einer Erklärung mit.

Bush hatte im September angekündigt, er werde die im Februar 2007 zusätzlich in den Irak entsandten 30.000 Soldaten bis Juli 2008 wieder abziehen.

Nach Armeeangaben von Anfang Mai sind derzeit 152.500 US-Soldaten und rund 10.000 andere ausländische Soldaten im Irak im Einsatz. Vergangene Woche hatten die USA mitgeteilt, das Ausmaß der Gewalt im Irak sei auf den niedrigsten Stand in vier Jahren gesunken.

In der schwedischen Hauptstadt Stockholm ziehen heute rund hundert Staaten und Organisationen eine Zwischenbilanz der Entwicklung im Irak. Die Konferenz findet unter dem Vorsitz der UNO statt. US-Außenministerin Condoleezza Rice hatte im Vorfeld der Konferenz die internationale Gemeinschaft zu mehr Engagement im Irak aufgerufen.

ssu/AFP/dpa



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