USA Bush verteidigt Abhöraktion

Die US-Regierung gerät in ihrem Anti-Terrorkampf unter immer größeren Rechtfertigungsdruck. So verteidigte US-Präsident Bush die umstrittenen Abhöraktionen des Geheimdienstes NSA. Verteidigungsminister Rumsfeld wies einen Bericht über den angeblich desolaten Zustand des US-Militärs zurück.


Fort Meade - Der Geheimdienst NSA überwache nur die Kommunikation zwischen den USA und al-Qaida-Verbindungsleuten im Ausland, sagte George W. Bush gestern nach einem Besuch des Nachrichtendienstes im US-Staat Maryland: Dadurch seien Anschläge verhindert und Menschenleben gerettet worden.

Die Amerikaner sollten seiner Ansicht nach die jüngste Terrordrohung von Osama Bin Laden ernst nehmen. "Wenn er sagt, dass er das amerikanische Volk erneut angreift oder es versucht, dann meint er das so", sagte Bush. Auch er und die NSA nähmen die Drohung ernst. Bin Laden hatte gesagt, das Terrornetzwerk al-Qaida bereite Anschläge in den USA vor. Zugleich bot er einen Waffenstillstand "mit fairen Bedingungen" an.

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld musste sich erneut gegen Vorwürfe wehren, das US-Militär sei wegen des zehrenden Kriegs im Irak überbeansprucht. Die Streitkraft der USA sei nicht gebrochen, sagte Rumsfeld. Es sei vielmehr zu fragen, wie viel Ahnung die Kritiker von den Vorgängen in seinem Ministerium hätten.

Der frühere Verteidigungsminister William Perry hatte in einem Bericht vor einer Krise des US-Militärs gewarnt.



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