Trumps Kandidat für Supreme Court Anklägerin von Brett Kavanaugh fordert FBI-Ermittlung

Eine Professorin wirft Brett Kavanaugh versuchte Vergewaltigung vor. Damit stockt die Berufung von Trumps Kandidat für den U.S. Supreme Court. Nächste Woche soll sie sich vor dem US-Senat äußern. Doch sie stellt Bedingungen.

Der Nominierte für den Supreme Court, Brett Kavanaugh
AFP

Der Nominierte für den Supreme Court, Brett Kavanaugh


Wendung im Fall um Trumps Richterkandidaten Brett Kavanaugh: Die Professorin Christine Blasey Ford, die ihm eine versuchte Vergewaltigung vorwirft, fordert eine Untersuchung durch das FBI. Das schreiben ihre Anwälte in einem Brief an den Vorsitzenden des Justizausschusses, Chuck Grassley, der mehreren US-Medien vorliegt. Die Ermittlungen sollten demnach noch vor ihrer Aussage vor dem US-Senat aufgenommen werden, vorher wolle sie nicht aussagen. Das ermögliche eine unparteiische Beurteilung der Fakten, heißt es in dem Schreiben.

Die Psychologie-Professorin aus Kalifornien wirft Kavanaugh vor, 1982 bei einer Highschool-Party versucht zu haben, sich an ihr zu vergehen. Ford hatte ihre Geschichte in der "Washington Post" geschildert. Seitdem habe sie enorme Unterstützung erhalten, sei aber auch zum Opfer "böser Schikanen" und gar von Todesdrohungen geworden, schrieben ihre Anwälte.

Kavanaugh bestreitet die Vorwürfe

Kavanaugh bestreitet die Vorwürfe der Frau, Trump verteidigte ihn. Der Justizausschuss des Senats, der mit der standardmäßigen Befragung des Richters betraut ist, hatte eine Anhörung von Ford und Kavanaugh veranlasst. Kommende Woche sollen sowohl der Beschuldigte als auch sein mutmaßliches Opfer vor dem Justizausschuss des Senates aussagen, bevor dieser über die Kandidatur abstimmt.

Die Vorwürfe hatten die Nominierung Kavanaughs für den Obersten Gerichtshof ins Stocken gebracht. Ursprünglich sollte der Jurist an diesem Donnerstag in dem neuen Amt am Supreme Court bestätigt werden. Nach Bekanntwerden der Anschuldigungen fordern Politiker beider Parteien jedoch Aufklärung.

Für Präsident Donald Trump kommt die Affäre ungelegen, in sieben Wochen wählen die Amerikaner einen neuen Kongress. (Lesen Sie hier mehr über die bevorstehenden US-Wahlen.) Die Nominierung Kavanaughs hatte bereits eine Abtreibungsdebatte ausgelöst, die zusammen mit dem Ausgang des neuen Streits insbesondere weibliche Wähler beeinflussen könnte.

kko/dpa



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