"Finanzielle Motivation" Demokraten wollen Trumps Verbindungen nach Riad untersuchen

Der US-Präsident hatte sich im Fall des getöteten Journalisten Khashoggi hinter Saudi-Arabien gestellt. Die Demokraten wollen nun prüfen, ob seine eigenen finanziellen Interessen dabei eine Rolle spielten.

Donald Trump
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Donald Trump


Die US-Demokraten wollen die finanziellen Beziehungen von Präsident Donald Trump zu Saudi-Arabien und Russland unter die Lupe nehmen. Es müsse der Verdacht geprüft werden, dass die Außenpolitik der US-Regierung gegenüber Riad und Moskau durch Trumps "persönliche finanziellen Interessen" beeinflusst werde, sagte der künftige Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im Repräsentantenhaus, Adam Schiff, am Sonntag im TV-Sender CNN.

Der demokratische Abgeordnete warf Trump vor, nicht die Wahrheit über die mögliche Verwicklung des saudiarabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman in die Tötung des Journalisten Jamal Khashoggi zu sagen. Er wolle wissen, ob sich Trump in seinem Kurs gegenüber Riad durch eine "finanzielle Motivation" leiten lasse, sagte Schiff.

"Wir wissen es nicht, aber es wäre unverantwortlich, es nicht herauszufinden." Der Kongress müsse auch dem Verdacht nachgehen, "dass die Russen über Trumps Unternehmen Geld gewaschen haben".

Trump hatte sich gegen Indizien auch seiner eigenen Geheimdienste gestellt, wonach die Regierung in Riad hinter der Tötung Khashoggis in Saudi-Arabiens Istanbuler Konsulat steckt.

Der republikanische Senator Mike Lee sagte am Sonntag im Fernsehsender NBC: "Die Geheimdienstinformationen, die mir vorliegen, deuten darauf hin, dass die Tat vom Kronprinzen angeordnet wurde". Trump hatte hingegen betont, der Thronfolger habe möglicherweise "Kenntnis" von der Tat gehabt. Eine Bestätigung hierfür habe der Auslandsgeheimdienst CIA aber nicht geliefert.

lie/AFP



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g.eliot 25.11.2018
1.
Laut US Medien-Berichten ist Trump dabei, mit den Saudis über einen Atomvertrag zu verhandeln. Eine Gruppe GOP Senatoren unter der Führung von Marco Rubio will, dass er angesichts der Lage bzgl. Kashoggis Mord die Verhandlungen stoppt. Zur Erinnerung: Während der Wahlkampagne spielte Trump mit dem Gedanken, dass er es sich durchaus vorstellen könnte, dass Südkorea, Japan und sogar Saudi-Arabien sich nuklear aufrüsten könnten. So, wie er die Saudis hofiert, liegt der Gedanke nicht außerhalb des Möglichen. Und selbst, wenn sie das widerrechtliche und vertragsbrüchig täten, würde Trump ähnlich lasch reagieren, wie bei Kashoggi? Das sind doch Alptraum-Szenarien. Der Gedanke allein, dass er mit den Saudis unter der Führung von ausgerechnet MBS über einen Nukleardeal verhandelt, während er den Iranern ihren Vertrag einseitig kündigt hat, macht jedenfalls für mich keinen Sinn. Sorry, aber ich halte die Iraner für verlässlicher als SA unter MBS, und bisher haben die Iraner auch bewiesen, dass sie sich an dem Vertrag halten. während der saudische Kronprinz Grenzen des Erträglichen überschreitet, nicht nur bzgl. Kashoggi, sondern bzgl. Krieg im Jemen, Festhalten des libanesischen PM bzw. prominenter Saudis.
Atheist_Crusader 26.11.2018
2.
Seine eigenen Aussagen zu dem Thema geben jedenfalls genug Anlass für eine gründliche Untersuchung. War da nicht was mit (frei zitiert) "Ich mag die Saudis, die kaufen viel von mir. Soll ich sie da etwas nicht mögen?". Dass diese Präsidentschaft wie keine zweite von persönlichen finanziellen Interessenkonflikten geprägt ist, sollte ja wohl jeder mitbekommen haben der nicht die Finger in beiden Ohren stecken hat. Auch wenn also durchaus die Möglichkeit besteht dass tatsächlich alles rechtens ist, scheint mir eine Untersuchung absolut gerechtfertigt. Wird Trump selbstverständlich anders sehen. Er hat den Demokraten ja schon angedroht "Wenn ihr mich untersucht, untersuche ich euch!". Da fragt man sich was er denn dann genau untersuchen will. Vielleicht nochmal Benghazi. Man könnte ja noch einen draufsetzen um die Untersuchung der Untersuchung der Untersuchung zu untersuchen. Vielleicht findet man ja doch noch was gegen Emanuel Goldstei... ich meine Hillary.
Ventil4tor 26.11.2018
3. Money first
Der Verdacht ist berechtigt und muss geprüft werden. Die eigenen Leute von Trump sehen das doch genauso. Donald ist Geschäftsmann und Dealmaker, für ihn ist Geld wichtig, dafür muss man kein Genie sein. Er will ein großes Geschäft nicht verlieren wo ordentlich Einnahmen und Vorteile für die USA rausspringen. "America first" das wissen alle, nur müssen Fakten auf den Tisch. Aber was passiert dann, sollte es eindeutig bewiesen sein? Ich denke außer Empörung nichts.
Knossos 26.11.2018
4.
Ein Urlaubsresort samt Golfplatz in Georgien wirbt in TV-Spots mit, durch Bauherrn Donald Trump, verbürgter Qualität. Einleuchtend, daß es sich profitabel ausnehmen mag, Immobilien und Gastwirtschaft aufzuziehen, wo mindere Landeswährung die Kaufkraft des Dollars lokal um das Mehrfache erhöht, während touristischer Kundschaft zugleich international vergleichbare Preise in Dollar & Euro abverlangt werden können, und einheimische Administration sich zwecks diplomatischer Pflege darin überschlagen dürfte, solche Anlage zu schützen sowie ihren Fiskus an die kurze Leine zu nehmen. Aus dergleichen Investitionen dürften zugleich Verbindlichkeiten erwachsen, die den Verpflichtungen eines Regierungschef entgegenstehen. - Was Russenmafia im Trumptower und dortige Geldwäsche betrifft, existieren Reportagen, die darauf schließen lassen, daß eine beflissene Untersuchungskommission fündig werden dürfte. Womit zugleich die Frage aufkäme, was es mit vorausgegangenem, für US-Präsidentschaftskandidaten üblichen Check auf sich hatte, der im übrigen bei pflichtgemäßer Ausführung auch einer Frau Clinton wenig zu schmeicheln gehabt haben dürfte. So auch überhaupt fiskalische Blindheit bezüglich höhergestellter Personalien. Diese ließ nicht nur Herrn Trump über seine gesamte Geschäftsentwicklung hinweg seltsam ungeschoren passieren, sondern eben auch Bill Gates, Finanzgrößen an der Börse und wohl grundsätzlich Großverdiener und Nomenklatur verschont. Sind vor dem Staat der USA -und nebenher dito bei uns- womöglich doch nicht alle Bürger gleich?
optimist2030 26.11.2018
5. Was soll dabei herauskommen?
Trump Saudis, Busch, Bin Laden! Was soll bei einer Untersuchung herauskommen, was eigentlich jeder schon weiß? Der amerikanische Wahlkampf wird gekauft. Ob Saudis, Deutsche Bank, Allianz und und und...! Alle bezahlen für den Wahlkampf, ob Rep. oder Demokrat ist doch egal! Alle sammeln Geld und geben was zurück. Wessen Brot ich es, dessen Lied ich sing! Die amerikanische Demokratie ist halt so, das die Kandidaten gekauft werden. In Deutschland gibt es andere Gesetze. Gott sei Dank. Wenn wirklich mal was schief geht, reicht auch ein Ehrenwort um wieder Ruhe zu kriegen.
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