USA Der KZ-Aufseher muss gehen

Er war Mitglied des Totenkopf-Bataillons der SS und Aufseher im Lager Mauthausen. Er hatte sich in die USA abgesetzt und sich den dortigen Behörden entzogen. Nun wurde Johann Leprich festgenommen. Möglicherweise wird er nach Deutschland abgeschoben.


Johann Leprich
AP

Johann Leprich

Detroit - Bundesrichter Larry Dean folgte dem Antrag der Regierung: In Detroit verfügte er die Abschiebung des ehemaligen KZ-Aufsehers Johann Leprich, der sich mehr als 50 Jahre den US-Behörden entzogen hatte. Noch ist offen, wohin der 78-Jährige ausgewiesen werden soll. In Frage kommen dessen Heimatland Rumänien, Ungarn oder Deutschland. Dies teilte ein Sprecher der US-Einwanderungsbehörde mit.

Leprich war nach eigenem Geständnis Mitglied des Totenkopf-Bataillons der SS und Aufseher im Lager Mauthausen in Österreich, wo von 1938 bis Kriegsende 119.000 Gefangene hingerichtet wurden oder den Strapazen der Zwangsarbeit erlagen.

Der ehemalige SS-Mann wurde Anfang Juli in seinem Haus in Clinton Township im US-Staat Michigan festgenommen, wo er mit seiner Frau und seinem Sohn lebte.

Leprich war 1952 in die Vereinigten Staaten gekommen und hatte nach sechs Jahren die amerikanische Staatsbürgerschaft erhalten. Diese wurde ihm aber 1987 wegen falscher Angaben in seinem Einwanderungsantrag wieder entzogen. Vor der drohenden Abschiebung floh Leprich damals nach Kanada. Seitdem hielt er sich nach Angaben der Behörden abwechselnd dort und in den USA auf.



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