Rauswurf von Secret-Service-Chef Trump entlässt Alles

US-Präsident Donald Trump hat einen weiteren hochrangigen Funktionär des Amtes enthoben. Diesmal traf es Secret-Service-Direktor Randolph Alles. Mitarbeiter sprechen von einer "nahezu systematischen Säuberungsaktion".

REUTERS

Nur einen Tag nach der Demission von Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen hat US-Präsident Donald Trump den Direktor des Secret Service, Randolph D. Alles, entlassen. CNN hatte zuerst davon berichtet. Alles war seit April 2017 Direktor der Behörde, die auch für den persönlichen Schutz des Präsidenten verantwortlich ist.

CNN zitiert einen namentlich nicht genannten Mitarbeiter des Secret Service mit den Worten: "Es gibt eine nahezu systematische Säuberungsaktion in der zweitgrößten Sicherheitsbehörde des Landes." Der Secret Service untersteht dem Heimatschutzministerium.

Zunächst hatten US-Medien berichtet, Alles sei gefeuert worden. In einer E-Mail an seine Mitarbeiter, die CNN vorliegt, widersprach der Direktor dieser Interpretation: "Ich versichere Ihnen, dass dies nicht der Fall ist." Tatsächlich sei ihm vor einigen Wochen mitgeteilt worden, dass es zu personellen Veränderungen an der Spitze des Heimatschutzministeriums kommen werde. "Der Präsident hat einen planmäßigen Wechsel an der Spitze dieser Behörde angeordnet, und ich plane, mich an diese Anordnung zu halten."

Am Sonntag hatte Trump bereits per Twitter angekündigt, dass Ministerin Nielsen - die Chefin von Alles - ihre Posten abgeben werde. Bereits vor Monaten hatte es Gerüchte gegeben, Trump sei unzufrieden mit Nielsens Arbeit. In ihre Zuständigkeit als Ministerin fiel die Grenzpolitik. Der Präsident hat den Kampf gegen illegale Einwanderung aus Mexiko zu einem seiner Hauptanliegen gemacht.

Die Rauswürfe und Rücktritte häufen sich. In Trumps Amtszeit haben bereits mehr als 30 Minister und hochrangige Regierungsmitarbeiter ihre Posten aufgegeben.

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Der Nachfolger für Alles steht schon fest. Wie die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Sarah Huckabee Sanders, bestätigte, soll der langjährige Secret-Service-Agent James M. Murray den Posten im Mai übernehmen.

Die Entscheidung, Alles zu entlassen, soll nicht in Zusammenhang mit dem Sicherheitsvorfall in Trumps Luxusresort Mar-a-Lago stehen. Anfang April war eine Frau aus China bei dem Versuch festgenommen worden, sich unbefugt Zutritt zum Wochenenddomizil des Präsidenten zu verschaffen.

Trump hatte daraufhin betont, er "könnte nicht zufriedener mit dem Secret Service sein". Die Behörde hat "vom ersten Tag an einen fantastischen Job gemacht", sagte Trump während einer Veranstaltung im Weißen Haus, als er auf den Zwischenfall in Mar-a-Lago angesprochen wurde.

mmm/rtr/ap



insgesamt 161 Beiträge
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kh.groenewald 08.04.2019
1. White House, oder doch Tollhaus?
Nach Trumps eigenen Aussagen sind doch nur die Fähigsten der Fähigen in seiner Administration beschäftigt, persönlich ausgewählt und mit überragenden Leistungen ausgestattet. Mittlerweile hat der Präsidentendarsteller so viele Mitarbeiter gefeuert, dass er bei seiner geistigen Auffassungsgabe bestimmt den Überblick verloren hat, wer überhaupt welches Amt bekleidet. Vielleicht muss er ja morgens erst einmal nachfragen, wer aktuell sein Außenminister ist. Das ein Teil seines direkten Umfeldes mittlerweile die überragenden Fähigkeiten im Knast ausüben kann und ihm schon mal davon berichten können, wie der Knastalltag so aussieht, ist doch auch eine schöne Sache. So kann sich Trump und seine kriminelle Sippe schon mal ein Bild davon machen, was ihn nach Abschluss der zig laufenden Verfahren gegen ihn, erwartet.
claus7447 08.04.2019
2. Wie viel bleiben übrig?
Langsam wird es leer. Sind eigentlich noch Bedienstete im W.H? Oder muss Donny seinen Cheesburger selbst machen?
lilioceris 08.04.2019
3. Eigentlich bin ich fast neidisch auf die USA,
ein bisschen Trump-Hire_and_Fire würde ich mir für unsere liebe Bundesregierung auch wünschen. Ich wüsste ein paar Leute...
radbodserbe 08.04.2019
4. Wann feuert Trump sich endlich selber ?
Die rückgrat- und gewissenlosen Anbiederer in seinem politischen Umfeld scheinen es ja nicht zu schaffen, denn es würde ihnen der Versuch vielleicht den Posten noch früher als ohnehin kosten. Da Trump ja irgendwann jeden noch so angeblich exzellenten Mitarbeiter feuert, obwohl dieser einen ganz ganz ganz fantastischen Job gemacht hat, müsste er doch eigentlich mit gutem Beispiel vorangehen und (zumindest nach seiner Selbsteinschätzung) großartigsten Menschen (kurz vor Gott) und Präsidenten aller Zeiten mit gutem Beispiel vorangehen und trotz seiner ganzen imaginären Erfolge den Posten räumen. Nicht zu begreifen, das so ein Kasperletheater 2019 in einem angeblich zivilisiertem und kultiviertem Land noch möglich ist. Man überlegt eigentlich nur, wer der Üblere ist: Trump oder seine Anhänger.
andree_nalin 08.04.2019
5. Die unklaren Ergebnisse bei den Russland-Ermittlungen
sind für den Größten und den Besten klar entlastend. Seit dem hat der Anwärter auf den Friedensnobelpreis Oberwasser ohne Ende. Jetzt ist es an der Zeit, wieder mal eine Machtdemonstration an seinen Mitarbeitern auszuüben. Jede weitere Entlassung von Führungspersonen offenbart jedoch die Schwäche und vor allem Orientierungslosigkeit der US-Regierung.
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