US-Präsident Trump wirft Twitter Zensur vor

Bei einem Treffen im Weißen Haus hat US-Präsident Donald Trump amerikanische Social-Media-Konzerne scharf attackiert: Konservative würden auf den Plattformen nicht fair behandelt.

US-Präsident Donald Trump mit amerikanischen Social-Media-Stars
MICHAEL REYNOLDS/EPA-EFE/REX

US-Präsident Donald Trump mit amerikanischen Social-Media-Stars


Donald Trump selbst hatte kritische Follower auf Twitter regelmäßig blockiert, bis ihm Gerichte dies verboten. Ausgerechnet der US-Präsident beschwert sich nun aber über die angebliche Zensur in den sozialen Netzwerken. Konservative Stimmen würden von Internetkonzernen wie Twitter und Facebook unterdrückt, sagte er bei einem Treffen mit Unterstützern im Weißen Haus.

Trump wetterte gegen das "korrupte Establishment" und die Medien. "Unsere Stimme ist lauter als jede andere, aber wir werden nicht fair behandelt", sagte er und warf Twitter indirekt auch vor, die Zahl seiner Follower und der Likes für seine Tweets zu drücken.

Er kündigte an, in den kommenden Wochen Vertreter der Internetkonzerne im Weißen Haus zu empfangen, um mit ihnen über das Thema zu reden. Sie waren zum "Social-Media-Gipfel" nicht eingeladen.

Trump nutzt Twitter als vorrangiges Kommunikationsmittel, um dort politische Entscheidungen zu verkünden oder gegen Kritiker und Andersdenkende zu wüten. Er hat fast 62 Millionen Follower.

Das Gute an sozialen Medien sei, dass er dort direkt mit den Bürgern kommunizieren könne, ohne auf Medien angewiesen zu sein, die "fake news" produzieren, sagte Trump im Weißen Haus. Wenn er eine Pressemitteilung veröffentliche, interessiere das niemanden. Aber: "Wenn ich es in den sozialen Medien poste, ist es wie eine Explosion." Twitter sei "wie eine Schreibmaschine": Was er dort verkünde, lande direkt in den Laufbändern der Fernsehsender, sagte der US-Präsident.

Er beklagte sich, dass die Medien oft auf Rechtschreibfehlern in seinen Tweets herumritten. Dabei sei er eigentlich gut in Rechtschreibung. "Aber die Finger sind nicht so gut wie das Hirn."

mfh/dpa



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