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01. Dezember 2015, 22:21 Uhr

Syrien und Irak

USA drängen Türkei zu mehr Einsatz gegen IS

US-Verteidigungsminister Carter ist nicht zufrieden mit dem Vorgehen der Türkei gegen den "Islamischen Staat" - und richtet einen deutlichen Appell an Ankara. Washington selbst entsendet 50 Elitesoldaten in den Irak.

"Wir müssen alle - ich wiederhole: alle - mehr tun": US-Verteidigungsminister Ashton Carter verlangt deutlich stärkere Anstrengungen im Kampf gegen den "Islamischen Staat" (IS). In einer Rede vor dem amerikanischen Kongress erwähnte er Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien, die Golfstaaten - und vor allem die Türkei.

Konkret nannte Carter drei Punkte, wo die Türkei mehr Einsatz im Kampf gegen den IS zeigen müsse:

Auch US-Präsident Barack Obama forderte am Rande der Klimakonferenz in Paris mehr Engagement der Türkei im Kampf gegen den IS. Zuvor hatte insbesondere Russland massive Kritik an der türkischen Politik geäußert. Kreml-Chef Wladimir Putin sagte gar, die Türkei helfe dem IS bei seinen Ölgeschäften.

Die USA selbst kündigten den Einsatz von Elitesoldaten im Kampf gegen den IS an. Man werde ein Spezialkommando in den Irak schicken, sagte Carter. Er sprach von wenigen Spezialkräften "für den Anfang", es gehe zunächst um "mehr als 50 Mann".

Die Truppen sollen laut Carter die kurdischen und irakischen Kräfte unterstützen. Etwa bei Razzien, Geiselbefreiungen oder nachrichtendienstlichen Aktivitäten könnten sie helfen.

Zur Lage in Syrien sagte Carter, die Einsätze der US-Spezialkräfte dort würden möglicherweise ausgebaut. "Wenn wir die Möglichkeit haben, unsere Fähigkeiten dort besser einzusetzen, werden wir auf diesen Ausbau vorbereitet sein."

Die Anti-IS-Strategie der USA beschrieb Carter als eine Kombination aus Luftschlägen und der sowohl militärischen wie geheimdienstlichen Zusammenarbeit mit Kräften vor Ort. Es sei schwierig, loyale Kräfte vor Ort zu finden, aber es gebe sie, sagte er. "Wir können sie nicht selbst ersetzen."

Einen groß angelegten Einsatz von Bodentruppen lehnt die US-Regierung weiter ab. Nach den jahrelangen US-Auslandseinsätzen in Afghanistan und im Irak sprechen sich viele Amerikaner für eine isolationistischere Außenpolitik aus. Auch nach den Terroranschlägen von Paris, nach denen Frankreichs Präsident François Hollande um Verbündete im Kampf gegen den IS wirbt, sind laut Umfragen weiterhin weniger als die Hälfte aller Amerikaner für US-Bodentruppen in Syrien.

Ein Ziel der USA ist es, die IS-Gebiete in Syrien und im Irak voneinander zu trennen. Die USA haben nach ihrem Rückzug Ende 2011 noch mehrere tausend Soldaten im Irak stationiert.

apr/Reuters/AP/dpa

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