USA Erste Klage gegen Zivilisten wegen Misshandlung von Terrorverdächtigem

In den USA hat der erste Prozess gegen einen Zivilisten wegen schwerer Misshandlung eines mutmaßlichen Terroristen begonnen. Dem Ex-CIA-Mitarbeiter David Passaro wird vorgeworfen, im Juni 2003 in Afghanistan einen Häftling so stark geschlagen zu haben, dass dieser drei Tage später starb.


Washington - Passaro ist in dem Verfahren in Raleigh in North Carolina wegen Gewalttätigkeit angeklagt, nicht aber wegen Mordes oder Totschlags. Ihm droht eine bis zu 40-jährige Freiheitsstrafe. Der 40-Jährige plädiert auf nicht schuldig.

Der vermutlich an den Folgen der während der Verhöre erduldeten Misshandlungen gestorbene Gefangene Abdul Wali war der Anklage zufolge am 18. Juni in Asadabad an der Grenze zu Pakistan eingetroffen. Nach zweitägigen Befragungen starb er am 21. Juni. Wali wurde verdächtigt, an Granatenangriffen auf den Stützpunkt, eine frühere sowjetische Militärbasis an der Grenze zu Pakistan, teilgenommen zu haben.

Die Verteidigung Passaros argumentiert, dass ihr Mandant Befehle von oben befolgte, wie das Blatt "The Fayetteville Observer" berichtet. Sie hat den früheren CIA-Chef George Tenet vorgeladen. Passaro wird die Jury auch fragen, ob sein Verhalten kriminell gewesen sei oder mit den von der Regierung von US-Präsident George W. Bush herausgegebenen Regeln für die Behandlung von Terrorverdächtigen übereingestimmt habe, hieß es in dem in Raleigh erscheinenden "The News and Observer". Es ist noch unklar, ob in dem Prozess auch CIA-Agenten zu den Verhörmethoden des Geheimdienstes aussagen dürfen.

ler/AFP



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