Status der Botschaft in Washington USA nehmen diplomatische Abwertung der EU zurück

Die EU-Vertretung in der US-Hauptstadt hatte zuletzt nicht mehr denselben Status wie Botschaften einzelner Länder - was in Brüssel Empörung auslöste. Jetzt lenken die Amerikaner ein.

EU-Botschaft in Washington
Europaeische Union

EU-Botschaft in Washington


Für Brüssel war es ein Affront: Berichten zufolge hatten die USA im vergangenen Oktober den diplomatischen Status der EU-Vertretung in Washington herabgestuft. Seither wurde die Botschaft offenbar nicht mehr wie die Delegation eines Nationalstaats behandelt, sondern nur noch wie die einer internationalen Organisation.

"Das ist keine Art, mit Partnern umzugehen", kritisierte im Januar Christian Ehler, Vorsitzender der Delegation des Europäischen Parlaments für die Beziehungen zu den USA, in einem Brief an die amerikanischen Kongressabgeordneten.

Die Proteste hatten offenbar Erfolg. Das Außenministerium der Vereinigten Staaten teilte am Montag mit, man werde die EU-Vertretung "umgehend" als gleichberechtigt mit den Botschaften von Nationalstaaten anerkennen.

Die Herabstufung war in eine Zeit zunehmender Spannungen zwischen Washington und Brüssel gefallen. Unter Präsident Donald Trump haben sich die Vereinigten Staaten EU-kritisch positioniert.

Als Letzter aufgerufen

Zum ersten Mal aufgefallen war die Veränderung des Status beim Begräbnis des früheren US-Präsidenten George H.W. Bush im Dezember. Zwar war der bisherige EU-Botschafter David O'Sullivan eingeladen. Jedoch wurde er nicht, wie eigentlich üblich, als einer unter den ersten 30 Botschaftern aufgerufen - sondern als letzter.

Die meisten Länder behandeln die EU-Vertretungen wie bilaterale Botschaften. Seit dem Vertrag von Lissabon ist die EU auch immer wieder als diplomatischer Akteur aufgetreten, etwa bei den Verhandlungen zum Atomabkommen mit Iran. In den USA hatte seinerzeit Barack Obama für die diplomatische Aufwertung der EU gesorgt.

Die USA verkündeten nun ihren Rückzieher in einem Schreiben, in dem sie den neuen EU-Botschafter Stavros Lambrinidis in Washington willkommen heißen. Der Grieche folgt regulär auf O'Sullivan. Eine Begründung für den vorangegangenen diplomatischen Statuswechsel lieferte Washington nicht.

kev

insgesamt 12 Beiträge
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frazis 04.03.2019
1. Ich habe es so satt,
dass die Amerikaner andere Länder oft so behandeln wie unmündige Kinder. Noch satter habe ich es, dass viele Länder sich so ein Benehmen gefallen lassen und nur wenig dagegen unternehmen. Hier sollten sich andere Länder mal zusammenschließen und entsprechende Absprachen machen, um eine Verhaltensänderung zu erreichen.
Atheist_Crusader 16.09.2019
2.
Zitat von frazisdass die Amerikaner andere Länder oft so behandeln wie unmündige Kinder. Noch satter habe ich es, dass viele Länder sich so ein Benehmen gefallen lassen und nur wenig dagegen unternehmen. Hier sollten sich andere Länder mal zusammenschließen und entsprechende Absprachen machen, um eine Verhaltensänderung zu erreichen.
Das System dazu ist ja schon da, es nennt sich di Europäische Union. Es hakt halt noch in der Umsetzung. Kleinlicher Nationalismus, Politiker die alle Lorbeeren für sich vereinnahmen und alle Schuld auf Brüssel schieben, verkalkte Systeme und fehlender Wille zur Kooperation hindern uns daran unser Potential auch auszuschöpfen.
thoscha 04.03.2019
3. Abwertung = Aufwertung !!
Amerikas Status hat schon lange nicht mehr den Stellenwert den er einmal gehabt hat. Diese Provokation ist nur eine mehr in der Liste der amerikanischen Abwertungsstrategie against the EU! Leider scheitern adäquate Antworten an die Adresse des Provokanten zu oft an der kleinlichen Auslegung durch die Mitgliedsstaaten. Wenn der Kopf des stinkenden Fisches erst einmal ab ist, hört auch der Rest auf unkontrolliert zu zucken. Einfacher gesagt: Fuck you, America! Sorry..!
Bahnix 04.03.2019
4. Die EU
Ist nun mal kein Staat. Oder in welchen Ländern Europas, als Beispiel, haben die OPEC eine diplomatische Vertretung?
darthmax 04.03.2019
5. Europa
dann sollten sich die Europäer auch einmal wie zumindest eine einheitliche Interessengemeinschaft verhalten. Allein die in der Bundespolitik geführte Diskussion des Gerichts , wann ein eingefrorenes Ei pränatal ist ist schon wieder völlig unverständlich und wird von allen Staaten unterschiedlich geregelt, wobei diese Gesetzgebung in Polen und Spanien ausgerechnet am liberalsten gehandhabt wird.
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