Robert Mueller Ein Mann, der Trump gefährlich werden könnte

Er gilt als unabhängiger Kopf, der sich nicht einschüchtern lässt: Robert Mueller. Der ehemalige FBI-Chef ist nun Sonderermittler in der Russland-Affäre. Zuletzt spielte er auch eine Rolle im VW-Abgasskandal.
Robert Mueller

Robert Mueller

Foto: Alex Wong/ Getty Images

Warum feuerte Donald Trump den Chef des FBI? Das US-Justizministerium lässt nach den jüngsten Enthüllungen um die Entlassung von James Comey die Vorwürfe gegen den US-Präsidenten in einer unabhängigen Untersuchung prüfen. Zum Sonderermittler wurde Robert Mueller ernannt.

Vizejustizminister Rod Rosenstein beauftragte den 72-Jährigen ausdrücklich damit, "jegliche Verbindungen und/oder Abstimmungen zwischen der russischen Regierung und Personen mit Verbindung zur Wahlkampagne von Präsident Donald Trump" zu untersuchen. Die Personalentscheidung wurde in Washington parteiübergreifend begrüßt.

Robert Mueller: Wer ist der Mann, der für den US-Präsidenten gefährlich werden könnte?

"Das Weiße Haus hat allen Grund zur Panik"

Mueller gilt als integer und unabhängig. Als einer, der als FBI-Chef oft Überstunden machte und dasselbe von seinen Mitarbeitern verlangte. Die "Washington Post" schrieb unmittelbar nach seiner Berufung: "Das Weiße Haus hat allen Grund zur Panik." Mueller lasse sich von niemandem einschüchtern.

Er studierte in den Sechzigerjahren Internationale Beziehungen und Jura, diente im Vietnamkrieg, arbeitete später als Assistent des Justizministers Dick Thornburgh und als Bundesstaatsanwalt von Kalifornien.

Der hochdekorierte Marine war im Jahr 2001 vom republikanischen Präsidenten George W. Bush zum FBI-Chef ernannt worden.

Beim Anschlag auf das World Trade Center war Mueller eine Woche im Amt

Als Terroristen von al-Qaida am 11. September Flugzeuge ins World Trade Center und ins Pentagon steuerten, war Mueller gerade einmal eine Woche im Amt. Nach den Anschlägen baute das FBI die Anti-Terror-Arbeit massiv aus. 2011 saß Mueller mit im Situation Room, als Navy Seals Osama bin Laden töteten.

Wenige Monate vor dem Ende seiner Amtszeit als Chef der Bundesbehörde explodierten im April 2013 Bomben beim Boston-Marathon. Einen der Attentäter, Tamerlan Zarnajew, hatten FBI-Agenten zwei Jahre zuvor befragt, den Fall aber abgeschlossen. Mueller sagte der "Washington Post" später, das sei einer der Momente seiner Karriere gewesen, auf die er am wenigsten stolz sei.

Im Jahr 2013 gab er den Chefposten an James Comey ab - eben jenen Mann, den Trump in der vergangenen Woche feuerte.

Zuletzt arbeitete Mueller in einer eigenen Anwaltskanzlei und überwachte als Schlichter im VW-Abgasskandal Vergleichszahlungen zwischen dem deutschen Autobauer und amerikanischen Klägern. Nun hat er einen neuen Job. Es dürfte einer seiner wichtigsten werden.

dop/dpa/AFP/Reuters
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