Krieg gegen "Islamischen Staat" USA fliegen mit arabischen Verbündeten Luftangriffe in Syrien

Die USA haben mit Luftangriffen gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" in Syrien begonnen. An dem Einsatz seien auch Partner-Nationen beteiligt, meldet das Pentagon. Dabei soll es sich um mindestens vier arabische Staaten handeln.
Rakete vom Typ Tomahawk (Archivbild): Die USA greifen Ziele in Syrien an

Rakete vom Typ Tomahawk (Archivbild): Die USA greifen Ziele in Syrien an

Foto: REUTERS/ US Navy

Washington - Die USA haben ihre Ankündigung wahrgemacht und erstmals Stellungen der Dschihadistengruppe "Islamischer Staat" (IS) in Syrien attackiert. Das meldet das US-Verteidigungsministerium.

Das US-Militär habe die Extremisten mit einem Mix aus Kampfjets, Bombern und Tomahawk-Raketen angegriffen, sagte Pentagonsprecher John Kirby. Den Befehl habe US-Präsident Barack Obama gegeben.

An dem Einsatz sind laut Kirby auch "Streitkräfte verbündeter Nationen" beteiligt. Der US-Fernsehsender CNN, die "Washington Post" und die Nachrichtenagentur Reuters berichten übereinstimmend, es handele sich dabei um die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi Arabien, Bahrain und Jordanien. Laut CNN soll auch das Emirat Katar beteiligt sein. Aus dem US-Verteidigungsminsterium heißt es, die Länder müssten selbst entscheiden, ob sie ihre Rolle bei dem Angriff öffentlich machen wollten.

Laut der "New York Times" konzentrieren sich die Luftangriffe auf IS-Stellungen in der nordsyrischen Provinz Rakka, wo die radikalsunnitischen Extremisten eine ihrer Hochburgen haben. Bewohner der gleichnamigen Provinzhauptstadt im Nordosten des Landes berichten auf Twitter von schweren Explosionen und wiederholten Überflügen von Militärflugzeugen.

200 Luftangriffe auf IS-Stellungen im Irak

Der Angriff habe mit von See aus abgeschossenen Tomahawk-Marschflugkörpern begonnen und sei dann mit Flugzeugen fortgesetzt worden, sagte ein hochrangiger US-Soldat dem Sender CNN. Einem "New York Times"-Bericht zufolge wurden auch "Predator"- und "Reaper"-Kampfdrohnen eingesetzt.

Unter den syrischen Zielen sind laut CNN Gebäude, in denen sich IS-Anführer befinden, sowie Kommandozentren, Trainingslager und Waffenarsenale. Nach Informationen der "Washington Post" wurden insgesamt 20 IS-Ziele angegriffen. Damit würde es sich bei dem Einsatz um den mit den meisten Attacken seit Beginn der Operation im Irak am 8. August handeln.

Das US-Engagement in der Region bekommt mit den Luftangriffen in Syrien eine neue Dimension. Drei Jahre lang hatte sich US-Präsident Barack Obama gegen den Sog des syrischen Bürgerkriegs gestemmt. Den Einsatz von US-Bodentruppen schloss Obama allerdings aus: "Wir lassen uns nicht in einen neuerlichen Krieg am Boden hineinziehen", hatte er vor zwei Wochen in einer Rede an die Nation gesagt.

Im benachbarten Irak, wo die Islamisten wie in Syrien weite Teile unter ihre Kontrolle gebracht haben, haben die USA seit Anfang August bereits fast 200 Luftangriffe auf IS-Stellungen im Irak geflogen. Sie werden dort seit kurzem von Frankreich unterstützt. Erst am Montag griff das US-Militär mit einem Mix aus bemannten und unbemannten Flugzeugen IS-Stellungen an und zerstörte westlich von Kirkuk einen Panzer und drei Fahrzeuge.

Vor zwei Wochen hatte US-Präsident Barack Obama eine Ausweitung der Bombardements auf Syrien angekündigt. Die Regierung in Damaskus warnte daraufhin, dass jeder Angriff gegen IS-Stellungen auf syrischem Territorium ohne ihre vorherige Zustimmung als Attacke auf den syrischen Staat gewertet würde.

Eine Zusammenarbeit mit Syriens Präsident Baschar al-Assad hatte Obama ausgeschlossen. Doch da die Terrormiliz IS auch gegen Assads Truppen kämpft, dürften die nun begonnenen Angriffe der USA und der arabischen Verbündeten ihm zugutekommen.

vet/dpa/Reuters/AFP
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