Pakistan USA fliegen trotz Protesten weiter Drohnenangriffe

Die USA haben die Drohnenangriffe in Pakistan fortgesetzt - und drei mutmaßliche Extremisten getötet. Das Außenministerium verurteilte den Vorfall als "Verletzung von Pakistans Souveränität".

"Predator"-Drohne der USA (Archivbild): Erster Angriff seit einem Monat
REUTERS

"Predator"-Drohne der USA (Archivbild): Erster Angriff seit einem Monat


Islamabad - Die USA setzen ihre Drohnenangriffe im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan fort. Bei einem Raketenbeschuss im Stammesgebiet Nordwaziristan seien am Donnerstag drei mutmaßliche Extremisten getötet worden, hieß es aus Sicherheitskreisen. Erst vor einer Woche hatte Pakistans Regierungschef Nawaz Sharif bei einem Treffen mit US-Präsident Barack Obama erneut ein Ende der Drohnenangriffe in seinem Land gefordert.

Das Außenministerium in Islamabad verurteilte den Vorfall als "Verletzung von Pakistans Souveränität". "Es gibt einen flächendeckenden Konsens, dass Drohnenangriffe aufhören müssen", teilte das Außenministerium weiter mit. Die pakistanische Regierung hatte am Mittwoch berichtet, dass in den vergangenen fünf Jahren 67 Zivilisten durch die Drohnenangriffe getötet wurden. Insgesamt soll es seit 2008 2227 Tote gegeben haben.

Menschenrechtsgruppen gehen von weit mehr zivilen Opfern aus. Der Einsatz von US-Kampfdrohnen in Pakistan ist völkerrechtlich umstritten, die Uno verurteilt die Angriffe schon länger. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte in der vergangenen Woche kritisiert, bei einigen Angriffen könne es sich sogar um Kriegsverbrechen handeln.

Drohnen sind unbemannte Flugzeuge, die tagelang in der Luft bleiben können. Sie folgen entweder einem programmierten Kurs oder werden von einer Bodenstation gesteuert, die Tausende Kilometer weg sein kann. Sie dienen nicht nur der Aufklärung, sondern können mit Luft-Boden-Raketen auch Ziele angreifen. Gesteuert werden diese Angriffe von einem Waffensystemoffizier in der Kontrollstation.

sun/dpa/AP



insgesamt 6 Beiträge
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Seite 1
rigo-de-hain 31.10.2013
1. Zum 1000. Mal
... und es ändert sich nix!
Thomas-Melber-Stuttgart 31.10.2013
2. Was heißt ...
Zitat von sysopREUTERSDie USA haben die Drohnenangriffe in Pakistan fortgesetzt - und drei mutmaßliche Extremisten getötet. Das Außenministerium verurteilte den Vorfall als "Verletzung von Pakistans Souveränität". http://www.spiegel.de/politik/ausland/usa-fliegen-weiter-drohnenangriffe-in-pakistan-a-931093.html
... "Protest"? Soweit ich weiß hat PAK diese Angriffe ausdrücklich öffentlich untersagt.
anja-boettcher1 31.10.2013
3. Wie wär's auch hier mal mit internationaler Solidarität,
zumindest einer Protestnote. Denn sonst folgen auch in Europa irgendwann den Cyberattacken auch die physischen...
robert.c.jesse 31.10.2013
4. Vielleicht ...
...sollte man dieses Wort "mutmaßlich" zum Unwort erklären. Man könnte annehmen, dass die USA nun vermehrt Drohnenangriffe fliegen wird, um damit zu beweisen, wie "nützlich" ihr Spähwansinn ist. Denn man hat schon wieder verhindert, dass drei Extremisten in voller Ausrüstung ein Flugzeug nach New York besteigen.
stockfisch1946 31.10.2013
5. Mutmasslich
ist ja in diesem Zusammenhang genau die Vokabel, die uns zur Weißglut bringt. Es ist die Todesstrafe vor der Feststellung der Schuld. Vor der Feststellung der bloßen Beteiligung. Vor der Feststellung von irgendwas. Aber wir dürfen feststellen, dass schon wieder drei Menschen vorsätzlich getötet wurden. Prophylaktisch sozusagen. Bevor Schlimmeres passiert. ...
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