Libertärer Gary Johnson US-Präsidentschaftskandidat weiß nicht, was Aleppo ist

Gary Johnson will ins Weiße Haus. Doch nun hat sich der Kandidat der Libertären Partei im Fernsehen blamiert: Auf die Frage, was er in Aleppo unternehmen würde, zeigte er seine außenpolitische Ignoranz.

Gary Johnson
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Gary Johnson hat keine Chance, US-Präsident zu werden. Das Rennen machen Hillary Clinton und Donald Trump unter sich aus. Aber Johnson, Kandidat der Libertären Partei, könnte trotzdem eine Rolle spielen, wenn er einem der Bewerber entscheidende Stimmen wegnimmt.

In einer TV-Show des Senders MSNBC hat der 63-Jährige nun unter Beweis gestellt, wie wenig er sich mit Politik außerhalb der USA beschäftigt. Der Moderator fragte Johnson, was er in Aleppo unternehmen würde, wenn er Präsident würde. Johnson reagierte ratlos und fragte: "Aleppo? Was ist Aleppo?".

Als der Journalist Mike Barnicle ihn daraufhin fragte, ob das ein Scherz sei, verneinte Johnson dies. Barnicle sagte schließlich: "Aleppo liegt in Syrien. Es ist das Epizentrum der Flüchtlingskrise."

Die frühere Handelsmetropole Aleppo gehört zu den umkämpftesten Gebieten im Bürgerkrieg in Syrien, der bereits mehr als fünf Jahre andauert. Die Stadt ist geteilt: Das Assad-Regime und seine Verbündeten kontrollieren den Westen Aleppos, Rebellen den Osten. Die Regimekräfte haben den Versorgungskorridor abgeschnitten, 250.000 Zivilisten sind eingekesselt.

Johnson widmet sich im Wahlkampf einem bunten Mix an Themen. Sein Programm: Steuern runter, Pazifismus, offene Einwanderungspolitik, Freihandel, Legalisierung von Marihuana. Damit könnte er sowohl Trump als auch Clinton wichtige Prozentpunkte kosten.

Johnsons Ignoranz in Sachen Syrien kommt nicht ganz überraschend. Das außenpolitische Programm der Libertären Partei sieht vor, ausnahmslos alle US-Soldaten nach Hause zu holen, sämtliche Handelsbarrieren zu entfernen und so Feinde zu Freunden zu machen.

cte



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