USA Hillary Clinton auf Bills Spuren

Wenn sie wollte, könnte Hillary Clinton die nächste Präsidentschaftskandidatin der Demokraten werden. Eine jüngste Umfrage unter Parteimitgliedern brachte Spitzenwerte für die ehemalige First Lady.

Berlin - Sie gilt als kompetent, redegewandt und mancher Beobachter behauptete, der eigentliche Ideengeber der Regierung Bill Clintons sei sie gewesen: Hillary Rodham Clinton, zur Zeit Senatorin für den Staat New York. Seit Monaten wird in den USA spekuliert, ob die 54-Jährige wieder dorthin will, wo sie bis zu den Präsidentschaftswahlen 2000 lebte: 1600 Pennsylvania Avenue in Washington, dem Weißen Haus.

Nun könnte sie dem Ziel ein Stück näher kommen - auch wenn sie eigentlich erst für die Wahlen 2008 gehandelt wurde. Doch nach dem Rücktritt des bis dato eigentlichen Präsidentschaftskandidaten Al Gores werden die Karten bei den Demokraten neu gemischt. In einer jetzt von CNN/Time erhobenen Umfrage unter Parteimitgliedern der Demokraten wurde Hillary Clinton mit Abstand zur beliebtesten Kandidatin erhoben. 30 Prozent der Befragten gaben an, sie würden sie bei den parteiinternen Nominierungswahlen unterstützen. Auf nur jeweils 13 Prozent kamen die Senatoren Joe Lieberman aus Connecticut und John Kerry aus Massachusetts, andere demokratische Kandidaten fielen weit ab.

Die Umfragen waren Mitte vergangener Woche geführt worden, nachdem sich der frühere Vizepräsident Al Gore vorzeitig aus dem Nominierungswettkampf verabschiedet hatte. Ein weiteres Rennen zwischen ihm und Bush lenke von den eigentlichen Themen ab, erklärte er. Er wolle, dass die augenblickliche Regierung abgelöst werde, und denke, dass er am besten dazu beitragen könne, wenn er nicht antrete, sondern auf anderem Wege helfe.

Kaum hatte Gore, der die Wahl vor zwei Jahren zum Ärger der Clintons für die Demokraten trotz einer guten Ausgangslage knapp verloren hatte, sein Ausscheiden bekannt gegeben, meldete sich Bill Clinton zu Wort. Wohl nicht ohne Hintergedanken. Er sei, jubelte der 56-Jährige, der "beste Vizepräsident, den Amerika je hatte". Nicht minder herzlich reagierte Hillary Clinton: Amerika sei dank Al Gores Energie und Ideen heute besser dran.

Das jüngsten Umfragewerte dürften den offensichtlich gut gelaunten Clintons weiteren Auftrieb geben. Sie werden in der Mediendemokratie nicht ohne Auswirkungen auf den internen Wettstreit der Demokraten bleiben. Wer weiß: Im Schatten seiner kämpferischen Ehefrau könnte Bill immerhin als Hausmann dorthin zurückkehren, wo er sich einst heimisch fühlte: 1600 Pennsylvania Avenue, Washington, Weißes Haus.

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