Gefälschtes Video Kongressabgeordnete Omar wirft Trump vor, ihr Leben zu gefährden

In einem Video sieht es so aus, als würde die US-Kongressabgeordnete Ilhan Omar am Jahrestag des 11. Septembers feiern und tanzen. Aber das Video ist von einem anderen Tag. Donald Trump hat es geteilt.

Kongressabgeordnete Ilhan Omar: "Der Präsident der Vereinigten Staaten verbreitet weiterhin Lügen, die mein Leben gefährden"
Manuel Balce Ceneta/AP

Kongressabgeordnete Ilhan Omar: "Der Präsident der Vereinigten Staaten verbreitet weiterhin Lügen, die mein Leben gefährden"


Ilhan Omar ist es leid. Nachdem Donald Trump am Mittwoch ein bearbeitetes Video teilte, das die Kongressabgeordnete beim Tanzen zeigt, wurde sie im Netz heftig angefeindet. In dem Tweet von Comedian Terrence K. Williams ist zu sehen, wie Omar zu dem Popsong "Truth Hurts" der Sängerin Lizzo tanzt. Der Comedian schrieb darunter: "Ich muss mit Omar reden. Mädchen, was in aller Welt hast du am 11. September gefeiert?"

Tatsächlich stammt das Video allerdings vom 13. September und wurde bei einer Veranstaltung des Kongresses aufgenommen. Das Originalvideo war vergangene Woche von dem Mitbegründer der Organisation Progressive Change Campaign Committee (PCCC), Adam Green, auf Twitter veröffentlicht und von Omar selbst geteilt worden.

Trump, der auf Twitter mehr als 64 Millionen Follower hat, griff die Veröffentlichung des Komikers Williams auf und schrieb dazu unter anderem: "Das neue Gesicht der Demokratischen Partei!". In einem Tweet warf Omar Trump daraufhin vor, sie mit der Wiedergabe des Videos auf Twitter in Lebensgefahr gebracht zu haben. "Der Präsident der Vereinigten Staaten verbreitet weiterhin Lügen, die mein Leben gefährden", schrieb sie am Mittwoch.

Die muslimische Abgeordnete richtete ihren Protest auch gegen den Kurznachrichtendienst: "Was tut Twitter, um gegen diese fehlerhafte Information anzugehen?" Omar ist nach Präsidentschaftsbewerber Beto O'Rourke die zweite bekannte Politikerin, die in jüngster Zeit Twitter für die Verbreitung von Falschinformationen kritisiert hat.

Der Tweet des Komikers mit dem Clip verschwand später von dessen Konto, sodass der Link in Trumps Tweet ins Leere führte. Williams selbst habe die Veröffentlichung gelöscht, berichteten der Sender CNN und die "Washington Post".

Omar, die als Kind mit ihrer Familie aus Somalia in die USA geflüchtet war, ist zusammen mit anderen demokratischen Abgeordneten bereits des Öfteren von Trump öffentlich verbal attackiert worden. Sie ist eine der ersten Musliminnen im Kongress und der erste Flüchtling, der es jemals in das US-Repräsentantenhaus geschafft hat.

mfh/dpa/AP



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