"Größte Sicherheitsbedrohung für USA" Designierter US-Generalstabschef warnt vor Russland

Joseph Dunford, der künftige Chef des US-Generalstabs, hat eindringlich vor militärischer Gefahr aus Moskau gewarnt. Der Staat Wladimir Putins sei gefährlicher als der IS.
Designierter Generalstabschef Dunford: "Bedrohung für die Vereinigten Staaten"

Designierter Generalstabschef Dunford: "Bedrohung für die Vereinigten Staaten"

Foto: YURI GRIPAS/ REUTERS

Russland und China sind nach Ansicht des designierten US-Generalstabschefs eine größere Bedrohung für die USA als die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS). "Russland stellt die größte Bedrohung für unsere nationale Sicherheit dar", sagte Joseph Dunford am Donnerstag bei einer Anhörung im Kongress. Die Atommacht könne die Souveränität von US-Verbündeten verletzen und sei eine "existenzielle Bedrohung für die Vereinigten Staaten", so Dunford: Das Verhalten Moskaus sei "nicht weniger als alarmierend".

An zweiter Stelle folge China wegen seiner militärischen Fähigkeiten und seiner Präsenz im Pazifik - dort gebe es zudem einen Interessenkonflikt mit den USA. Das heiße aber nicht, "dass wir China als Feind betrachten", so Dunford. Die drittgrößte Bedrohung sei Nordkorea, weil dessen Raketen auch das amerikanische Festland treffen könnten.

Warnung vor "Mangel an Entschlossenheit"

Der Marinekorps-General, der im Herbst Nachfolger von Stabschef Martin Dempsey werden soll, sprach sich auch für die Lieferung von Waffen an die Ukraine aus. Es sei angemessen, das Land etwa mit Panzerabwehrraketen auszustatten. "Ohne diese Art der Unterstützung werden sie nicht in der Lage sein, sich gegen russische Aggression zu verteidigen", sagte der 59-Jährige. In der Ostukraine ist der Kreml seit mehr als einem Jahr in einen blutigen Konflikt verwickelt.

Am Donnerstag hatte sich die zivile Leiterin der U.S. Air Force bereits ähnlich geäußert: "Ich betrachte Russland als die größte Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA", sagte Deborah Lee James. Die zuletzt veröffentlichten Pläne von Russlands Präsident Wladimir Putin, seine Nuklearstreitkräfte mit 40 Interkontinentalraketen aufzurüsten, bezeichnete James als "beunruhigend".

"Jetzt ist nicht die Zeit, in irgendeiner Form einen Mangel an Entschlossenheit gegenüber diesen russischen Aktivitäten zu zeigen", so James. Deshalb werde die US-Luftwaffe ihre Präsenz in Europa weiter verstärken. James äußerte sich enttäuscht darüber, dass bislang nur vier von 28 Nato-Staaten die vereinbarten zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung ausgeben: "Wir haben uns als Nato-Mitglieder darauf geeinigt. Nun müssen wir uns alle auch dafür stark machen."

mxw/dpa
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