Posten vorläufig besetzt Joseph Maguire wird Koordinator der US-Geheimdienste

Donald Trump hat einen neuen Koordinator für die Geheimdienste des Landes gefunden - zumindest temporär: Joseph Maguire übernimmt Mitte August. Zugleich verkündete der Präsident einen weiteren Abgang.
Joseph Maguire (Archivbild): Der Geheimdienstdirektor werde "einen großartigen Job machen", ist sich Donald Trump sicher

Joseph Maguire (Archivbild): Der Geheimdienstdirektor werde "einen großartigen Job machen", ist sich Donald Trump sicher

Foto: Marcus Tappan/ AFP

Der eigentliche Favorit des US-Präsidenten war krachend gescheitert, doch nun hat Donald Trump zumindest einen vorübergehenden Nachfolger für den scheidenden Nationalen Geheimdienstdirektor Dan Coats ernannt.

Der bisherige Leiter des Nationalen Zentrums für Terrorismusbekämpfung, Joseph Maguire, werde den Posten zum 15. August übernehmen, schrieb Trump am Donnerstag im Kurzbotschaftendienst Twitter. "Ich habe keinen Zweifel, dass er einen großartigen Job machen wird."

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Zugleich kündigte Trump den Abgang der bisherigen Vize-Geheimdienstdirektorin Sue Gordon an. Sie werde zeitgleich mit Coats Mitte August ausscheiden, schrieb Trump auf Twitter. Eigentlich hätte Gordon nach Coats' Ausscheiden laut Gesetz kommissarisch dessen Amt übernommen.

Trump hatte Ende Juli den Abgang des Nationalen Geheimdienstdirektors angekündigt. Coats wie auch seine Stellvertreterin Gordon genießen parteiübergreifend hohes Ansehen und gelten als unabhängige Köpfe. Coats hatte immer wieder in sicherheitspolitischen Fragen andere Ansichten vertreten als Trump, etwa im Umgang mit Iran, Russland und Nordkorea. Diese Meinungsverschiedenheiten wurden durchaus auch öffentlich ausgetragen.

Zu seinem Nachfolger wollte der Präsident eigentlich den republikanischen Kongressabgeordneten John Ratcliffe machen, der auf einer Linie mit Trump liegt. Ratcliffe zog aber Anfang August seine Kandidatur zurück.

Die Eignung von Trumps Kandidaten angezweifelt

Seine Nominierung war bei den oppositionellen Demokraten, aber auch bei Politikern von Trumps Republikanern auf Kritik gestoßen. Unter anderem gab es Zweifel an seiner Eignung für das Amt. Medien berichteten zudem, der Abgeordnete habe seinen Lebenslauf aufgehübscht.

Dem Nationalen Geheimdienstdirektor kommt in der Sicherheitspolitik der USA eine zentrale Rolle zu. Er koordiniert und überwacht die Arbeit der US-Geheimdienste.

Bei den Demokraten sorgten die Abgänge von Coats und Gordon für Unverständnis. So sagte der Abgeordnete Adam Schiff, Vorsitzender des Geheimdienstausschusses im Repräsentantenhaus, dies stelle "einen verheerenden Verlust" für die Geheimdienste und ihre Mitarbeiter dar.

jok/AFP/dpa
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