Todesfälle an US-Grenze  Heimatschutzministerin Nielsen will Umgang mit Migranten verbessern

Zwei Kinder sind im Dezember im Gewahrsam von US-Grenzschützern gestorben. Nun will US-Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen junge Migranten nach ihrer Einreise früher medizinisch untersuchen.

Kirstjen Nielsen.
REUTERS

Kirstjen Nielsen.


In Washington stehen die Regierungsgeschäfte still, weil US-Präsident Donald Trump unbedingt eine Mauer zu Mexiko will. An der Grenze sind die Zustände derweil dramatisch. Nach dem Tod eines weiteren Kindes im Gewahrsam der US-Grenzschutzbehörde will US-Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen nun die Versorgung von jungen Migranten verbessern. Kinder sollten nach ihrer Einreise früher und intensiver medizinisch untersucht werden.

An Weihnachten war ein achtjähriger Junge aus Guatemala in einem Krankenhaus im US-Bundesstaat New Mexico gestorben, nachdem er wegen Anzeichen einer Erkrankung dorthin gebracht worden war. Die Todesursache sei noch unklar. Es ist bereits das zweite Kind, das in diesem Monat nach der Festsetzung an der US-Grenze gestorben ist: Anfang Dezember war die sieben Jahre alte Jakelin Caal Maquin ums Leben gekommen.

Nielsen gab an, sie habe das Verteidigungsministerium auch nach Unterstützung für die medizinische Versorgung an der Grenze gebeten. Außerdem habe sie bei Gesprächen mit Mexiko angeregt, dass Migranten auch in den Unterkünften die nötige gesundheitliche Betreuung bekämen.

Nielsen ruft Kongress zur Finanzierung von Grenzschutz auf

Zugleich rief Nielsen den US-Kongress auf, die nötigen Haushaltsmittel für den Grenzschutz bereitzustellen und die Grenzsicherung zu verbessern, um den Ansturm von Migranten insgesamt zu verringern. Die Ministerin kündigte an, sie wolle noch in dieser Woche an die Grenze reisen, um sich selbst ein Bild von der medizinischen Versorgung dort zu machen.

Nielsen sprach mit Blick auf den Fall des verstorbenen Jungen von einer "Tragödie". In den vergangenen Monaten habe die Zahl von Familien und unbegleiteten Kindern, die illegal über die Grenze in die USA kämen, dramatisch zugenommen. Angestiegen sei auch die Zahl derer, die bereits bei ihrer Ankunft in den USA krank seien. Das verschärfe die Lage.

Die Ministerin sagte, im Haushaltsjahr 2018 - also zwischen Anfang Oktober 2017 und Ende September 2018 - seien sechs Migranten in US-Gewahrsam gestorben. "Darunter waren keine Kinder", betonte sie.

mfh/dpa



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