Affäre um Wahlkampfspenden für Trump Giuliani-Vertrauter erhielt wohl eine Million Dollar aus der Ukraine

Mit Geld aus dem Ausland soll Lev Parnas auch den Wahlkampf von Donald Trump finanziert haben. Ein neuer Hinweis darauf: Die Millionenzahlung des ukrainischen Oligarchen Dmitrij Firtasch.
Lev Parnas vor Gericht

Lev Parnas vor Gericht

Foto: REUTERS/Brendan McDermid

Eine Million Dollar sollen ihm von einem ukrainischen Geschäftsmann gezahlt worden sein: Lev Parnas ist Vertrauter von Donald Trumps Privatanwalt Rudy Giuliani und steht in den USA vor Gericht. Dem gebürtigen Ukrainer wird vorgeworfen, gegen das Wahlkampffinanzierungsgesetz verstoßen zu haben - auch zugunsten Trumps.

Einen Hinweis hat die US-Staatsanwaltschaft nun vor Gericht vorgelegt. Demnach soll Parnas eine Zahlung von einer Million Dollar von einem Anwalt des ukrainischen Oligarchen Dmitrij Firtasch erhalten haben.

Der Schweizer Anwalt Ralph Oswald Isenegger habe Firtaschs Geld auf das Konto von Svetlana Parnas überwiesen, der Ehefrau von Lev Parnas. Staatsanwältin Rebekah Donaleski sagte, es sei nicht plausibel, dass es sich um ein Darlehen oder Ähnliches gehandelt habe. Wofür das Geld bestimmt war, ist nicht klar. Bereits in der vergangenen Woche hatten die Staatsanwälte mitgeteilt, Parnas habe im September eine Million Dollar von einem russischen Konto erhalten.

Firtasch gehört zu den reichsten Geschäftsleuten der Ukraine. Er wehrt sich aktuell gegen eine mögliche Auslieferung an die US-Ermittler. Ihm wird Bestechung vorgeworfen. Seit fünf Jahren lebt Firtasch in Wien.

Parnas finanzierte Trump wohl mit Spenden aus dem Ausland

Parnas war im Oktober gemeinsam mit Igor Fruman festgenommen worden, der Weißrusse ist Mitarbeiter von Giuliani. Die beiden sollen Wahlkampfspenden aus dem Ausland an Kampagnen der Republikaner weitergeleitet haben, um sich Einfluss zu erkaufen - Geld ging auch an Kampagnen für Trump. Dabei verschleierten sie jedoch angeblich den Ursprung des Geldes. Die beiden sollen zudem Giuliani in seinen Bemühungen unterstützt haben, ukrainische Stellen zu Ermittlungen gegen Joe Biden und seinen Sohn Hunter zu bewegen. Joe Biden ist ein möglicher Kandidat der Demokraten für den kommenden Präsidentschaftswahlkampf. Parnas und Fruman bestreiten die Vorwürfe.

Brisant ist die Entdeckung der Millionenzahlung auch deswegen, weil Parnas sein Vermögen nach seiner Festnahme auf lediglich 450.000 Dollar taxiert hatte. Er kam anschließend nach Zahlung einer Kaution frei. Die Ermittler verlangten nun, dass die Freilassung widerrufen werden sollte. Der Richter entschied jedoch, dass Parnas unter Hausarrest in Florida bleiben kann. Parnas bestreitet, die Zahlung versteckt zu haben.

ptz/rtr
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