SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

23. April 2014, 09:13 Uhr

Militärhilfe

USA liefern Apache-Kampfhubschrauber nach Ägypten

Die US-Regierung hebt den teilweisen Stopp ihrer Militärhilfe für Ägypten auf: Washington liefert zehn Apache-Hubschrauber an die Armee in Kairo. Damit sollen Dschihadisten auf dem Sinai bekämpft werden.

Washington/Kairo - Ägyptens Armee kann sich über neue moderne Kampfhubschrauber freuen. Das Pentagon hat die Lieferung von zehn Apache-Helikoptern an das Militär in Kairo angekündigt. US-Verteidigungsminister Chuck Hagel habe seinen Amtskollegen Sidki Subhi über die Entscheidung in Kenntnis gesetzt, hieß es aus Washington.

"Wir glauben, dass diese neuen Hubschrauber der ägyptischen Regierung im Kampf gegen Extremisten helfen werden, die die Sicherheit der USA, Ägyptens und Israels bedrohen", sagt Pentagon-Sprecher John Kirby. Die Helikopter sollten bei Anti-Terror-Einsätzen auf der Sinai-Halbinsel zum Einsatz kommen. Dort sind bei Angriffen von Dschihadisten auf ägyptische Sicherheitskräfte in den vergangenen Monaten mehr als hundert Menschen getötet worden.

Zuvor hatte Außenminister John Kerry dem Kongress mitgeteilt, dass Kairo die Kriterien für US-Militärhilfen erfülle. Dazu gehöre, dass die Führung am Nil "ihren Verpflichtungen aus dem ägyptisch-israelischen Friedensvertrag nachkommt", teilte das Außenamt mit.

Keine Lieferung von F-16-Kampfjets nach Ägypten

Die Vereinigten Staaten hatten den Großteil ihrer Militärhilfe für Ägypten im vergangenen Jahr eingefroren, nachdem die Armee unter Führung von Abd al-Fattah al-Sisi den frei gewählten islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi gestürzt hatte. Nach Einschätzung von Außenminister Kerry könne die US-Regierung derzeit noch nicht feststellen, dass die neue Regierung in Kairo einen Übergang zur Demokratie unterstütze.

Deshalb soll außer den Apache-Hubschraubern zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine weitere Militärhilfe geleistet werden, teilte ein US-Beamter mit. Damit steht die Lieferung von F-16-Kampfjets an das ägyptische Militär weiterhin nicht auf der Tagesordnung.

Kerry rief das Regime in Ägypten auf, für "freie, faire und transparente Wahlen" zu sorgen. Am 26. und 27. Mai will sich der ehemalige Armeechef Sisi vom Volk zum neuen Präsidenten wählen lassen.

syd/Reuters/dpa

URL:

Verwandte Artikel:


© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung