Nach Alabama Auch Louisiana verschärft das Abtreibungsgesetz

Kritiker sprechen von einem "alarmierenden und weitverbreiteten nationalen Trend": Im US-Bundesstaat Louisiana sollen Frauen in Zukunft nach der sechsten Schwangerschaftswoche nicht mehr abtreiben dürfen.
Abtreibungsgegner in New York City

Abtreibungsgegner in New York City

Foto: JEENAH MOON/ REUTERS

Der US-Bundesstaat Louisiana hat eine Verschärfung des Abtreibungsgesetzes beschlossen. Die Abgeordneten stimmten mehrheitlich für ein Gesetz, das Schwangerschaftsabbrüche ab dem ersten messbaren Herzschlag des Fötus - nach der sechsten Schwangerschaftswoche - verbietet.

Ausnahmen sieht das sogenannte Herzschlag-Gesetz bei gesundheitlichen Gefahren für die Mutter oder für den Fall einer unheilbaren Krankheit des Fötus vor. Es muss noch vom Gouverneur des konservativen Bundesstaats, John Edwards, unterzeichnet werden. Dieser hat seine Unterschrift allerdings bereits zugesichert.

Die Unterstützer des Gesetzes rechnen damit, dass das Vorhaben vor Gericht angefochten wird. Es ist allerdings auch das Ziel der Abtreibungsgegner, dass der Fall vor dem Obersten Gerichtshof landet.

Mehrere Bundesstaaten haben ähnliche Gesetze verabschiedet

Nachdem US-Präsident Donald Trump dafür gesorgt hat, dass das Gericht überwiegend mit konservativen Juristen besetzt ist, hoffen sie, dass dort eine Grundsatzentscheidung aus dem Jahr 1973 gekippt wird. Damals hatte der Supreme Court das grundsätzliche Recht von Frauen auf eine Abtreibung anerkannt.

Die auf Familienplanung spezialisierte Organisation Planned Parenthood sprach von einem "alarmierenden und weitverbreiteten nationalen Trend", Abtreibungen zu kriminalisieren. Mehrere konservative Bundesstaaten haben in den vergangenen Wochen ähnliche Gesetze verabschiedet.

Alabama brachte das landesweit strengste Abtreibungsgesetz auf den Weg. Dort drohen Ärzten zwischen zehn und 99 Jahre Haft, wenn sie einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen. Selbst nach Vergewaltigung oder Inzest sind Abtreibungen verboten. Ausgenommen wären nur Fälle, in denen eine Abtreibung notwendig ist, "um eine ernste Gesundheitsgefahr für die Mutter des ungeborenen Kindes zu verhindern".

Zuletzt hatten mehrere Prominente scharfe Kritik an dem Gesetzesentwurf geübt. Unter anderem Rihanna (Mehr dazu lesen Sie hier).

bam/AFP
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