Migration in den USA Mehr mexikanische Auswanderer als Einwanderer

US-Präsidentschaftsbewerber Trump macht Wahlkampf gegen mexikanische Einwanderer. Dabei hat sich die Migration laut einer Studie deutlich verändert: Zwar wandern immer noch viele Mexikaner ein - aber noch mehr verlassen die USA wieder.
Zäunchen zwischen Arizona und Mexiko: Trump will eine Mauer bauen lassen

Zäunchen zwischen Arizona und Mexiko: Trump will eine Mauer bauen lassen

Foto: Ross D. Franklin/ AP/dpa

Mit Hetze gegen Mexikaner macht der republikanische US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump derzeit Schlagzeilen: An der Grenze zum südlichen Nachbarland will er eine Mauer bauen, um die Einwanderung zu stoppen. In deren Mitte solle durch "eine große Tür" nur kommen, wer legal in den USA sein dürfe.

Eine neue Studie des Pew Research Center kommt nun zu dem Schluss: Es verlassen mehr Mexikaner die USA als einwandern. Das wäre eine Umkehr des wichtigsten Migrationstrends in den USA. Demnach haben seit 2009 eine Million Mexikaner und deren Familien - Kinder, die in den USA geboren wurden, eingeschlossen - die USA Richtung Heimat verlassen. Im gleichen Zeitraum seien 870.000 Mexikaner in die USA eingewandert.

Laut der Studie ist der Wunsch nach Familienzusammenführung der wichtigste Grund für die Mexikaner, zurück in ihr Heimatland zu gehen. Auch dass sich die USA nur schleppend von der wirtschaftlichen Flaute erholt, verstärkt diesen Prozess. Gleichzeitig halten härtere Regeln an den Grenzen einige Mexikaner davon ab, in die USA einzuwandern.

Ein halbes Jahrhundert der Masseneinwanderung aus Mexiko sei nun zu Ende, sagte der Pew-Beauftragte für lateinamerikanische Studien, Mark Hugo Lopez. Mehr als 16 Millionen Mexikaner sind von 1965 bis 2015 von Mexiko in die USA gegangen - das sind mehr Migranten als aus jeden anderen Land. "Wir haben das kommen sehen", sagte Lopez. "Seit fast zehn Jahren ist die Zahl der Migranten aus Mexiko zurückgegangen."

Trump will eine 1.954 Meilen lange Mauer zwischen beiden Ländern bauen lassen. Für die Kosten soll Mexiko aufkommen.

vek/Reuters/AP
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