Gay Pride Month US-Botschaften widersetzen sich offenbar Verbot von Regenbogenflaggen

Die US-Regierung will ihre Botschaften laut Medienberichten daran hindern, die Regenbogenflagge zu hissen. Doch einige Diplomaten umgehen das Verbot.

Regenbogenflagge
Angela Weiss/AFP

Regenbogenflagge


Das US-Außenministerium hat Medienberichten zufolge seinen Auslandsvertretungen verboten, die Regenbogenflagge zum Gay-Pride-Month an den Fahnenstangen der Botschaften zu hissen. Zahlreiche Diplomaten umgehen allerdings offenbar das Verbot, indem sie das LGBTQ-Symbol anderswo auf dem Botschaftsgelände zeigen. Das berichten ebenfalls mehrere Medien. LGBTQ ist die englische Abkürzung für lesbisch, schwul, bisexuell, transgender und queer.

Der Juni gilt in den USA als "Pride Month". In dieser Zeit feiern Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle den offenen Umgang mit ihrer sexuellen Identität und werben für mehr Toleranz.

Den Angaben zufolge haben US-Botschaften beispielsweise in Südkorea, Indien und Österreich im Juni bereits die umstrittene Flagge in verschiedenen Formen gezeigt. "Das ist ein Aufstand der ersten Kategorie", zitierte die "Washington Post" einen Diplomaten, der anonym bleiben wollte. Das US-Außenministerium und das Weiße Haus in Washington wollten sich auf eine Anfrage der Tageszeitung "The Hill" zunächst nicht zu dem Flaggenverbot äußern.

Keine Genehmigung

Unter Trumps Vorgänger Barack Obama sei das Hissen der Regenbogenflagge im Juni grundsätzlich erlaubt gewesen, berichtete der Sender NBC. In diesem Jahr seien die Diplomaten vom Außenministerium informiert worden, die Nutzung des Fahnenmasts bedürfe einer besonderen Genehmigung. Bisher sei aber keine Anfrage genehmigt worden.

Das Verbot gilt offenbar auch für Berlin. Der dortige Botschafter Richard Grenell ist offen homosexuell und setzt sich für die Entkriminalisierung der Homosexualität weltweit ein. Grenell hatte am Freitag NBC gesagt, er vertraue auf Trumps Unterstützung. Schließlich habe der Präsident auf Twitter die Kampagne beworben. Dies mache ihn "noch stolzer, erneut in der Berliner Pride-Parade zu marschieren, ein großes Banner an der Botschaft aufzuhängen (...), zahlreiche Veranstaltungen an der Botschaft und der Residenz zu organisieren und die Regenbogenflagge zu hissen", sagte Grenell.

Tatsächlich hat Trump zur Überraschung vieler Beobachter gerade erst Homo- und Transsexuellen in aller Welt Unterstützung zugesagt. "Meine Regierung hat eine globale Kampagne gestartet, um Homosexualität zu entkriminalisieren, und lädt alle Nationen ein, sich uns bei diesem Bemühen anzuschließen", twitterte Trump am Freitag.

kev/dpa



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