Neues Gesetz in Mississippi Dienstleister dürfen Homosexuelle abweisen

Die Proteste waren heftig - und haben nichts genützt: Der Gouverneur des US-Bundesstaates Mississippi hat ein Gesetz unterzeichnet, das die Rechte Homosexueller massiv einschränkt.

Demonstration gegen umstrittenes Gesetz
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Demonstration gegen umstrittenes Gesetz


HB 1523. Der Name des Gesetzes ist nur eine Zahl, doch dahinter verbergen sich weitreichende Einschränkungen für Homosexuelle im Süden der USA.

Phil Bryant, republikanischer Gouverneur von Mississippi, hat seine Unterschrift unter ein Dokument gesetzt, dass von vielen als pure Diskriminierung angesehen wird.

Künftig dürfen private Geschäftsleute, Staatsbedienstete, Kirchen oder Wohltätigkeitsorganisationen Menschen ihre Dienste verwehren - wenn sie aus religiösen Gründen Probleme mit deren Lebensstil haben. Das ist jetzt amtlich. Senat und Repräsentantenhaus von Mississippi hatte die Reform zuvor verabschiedet.

Gegen das Gesetz hatte es heftige Proteste von Homosexuellen-Gruppen und auch von einigen Unternehmern gegeben. Unterstützung gab es aus konservativen und religiösen Kreisen.

Kritiker befürchten, das Gesetz könnte zum Beispiel Standesbeamten erlauben, homosexuellen Paaren den Eheschein zu verwehren. Sie fürchten Beeinträchtigungen bei Adoptionen oder gar bei der Job- und Wohnungssuche.

In anderen US-Bundesstaaten werden ähnliche Regelungen diskutiert. North Carolina hat ein entsprechendes Gesetz erlassen, die Gouverneure von Georgia und South Carolina legten dagegen ihr Veto gegen solche Vorhaben ein.

kev/AP



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