USA-Newsblog Trump knöpft sich Schwarzenegger vor - der zitiert Abraham Lincoln

Schwarzenegger sei "untergegangen": Donald Trump hat seinen Moderatoren-Nachfolger in der TV-Show "Celebrity Apprentice" wegen mauer Zuschauerzahlen angegriffen - das und weitere Entwicklungen im Newsblog.

Arnold Schwarzenegger, Donald Trump
AFP

Arnold Schwarzenegger, Donald Trump


19.50 Uhr

Gut zwei Monate nach der Präsidentschaftswahl in den USA steht das endgültige Wahlergebnis fest: Der Kongress hat den Sieg Donald Trumps offiziell bestätigt.

Der Republikaner konnte 304 Wahlleute auf sich vereinigen, wie in einer gemeinsamen Sitzung von Senat und Repräsentantenhaus in Washington bekannt gegeben wurde. Die Demokratin Hillary Clinton kam auf 227 Wahlleute. Zudem gab es sieben Stimmen für andere Kandidaten. Das Gremium mit den insgesamt 538 Wahlleuten hatte am 19. Dezember abgestimmt.

18.47 Uhr

Mal wieder Selbstlob und Schmähung in 140 Zeichen gegossen: Donald Trump hat auf Twitter über die Zuschauerzahlen seines Nachfolgers Arnold Schwarzenegger in der Casting-Show "Celebrity Apprentice" gelästert, in der Promis ihren Geschäftssinn unter Beweis stellen müssen.

"Wow, die Quoten sind da und Arnold Schwarzenegger ist untergegangen (oder zerstört worden) im Vergleich zu der Quotenmaschine DJT - soviel zum Thema Filmstar", schrieb der künftige US-Präsident auf Twitter - mit letzterem meinte er sich selbst: "DJT" sind Trumps Initialen. Zudem griff Trump noch einmal Schwarzeneggers Verhalten im Wahlkampf auf: Der republikanische Ex-Gouverneur von Kalifornien hatte zunächst Trumps Konkurrenten John Kasich unterstützt und sich später von Trump distanziert: "Wen kümmert's", schrieb Trump auf Twitter. "Er unterstützte Kasich und Hillary".

Der Angegriffene selbst konterte in dem sozialen Netzwerk vergleichsweise gelassen und zitierte Abraham Lincoln: "Wir sind keine Feinde, wir sind Freunde". Nichts sei wichtiger , die die Arbeit der Menschen, schrieb Schwarzenegger und schloss die Diskussion mit einem Seitenhieb: "Ich wünsche dir viel Glück und ich hoffe, dass du für ALLE Amerikaner so aggressiv arbeitest, wie du für deine Quoten gearbeitet hast."

Schwarzenegger hatte am Montag sein Debüt als Moderator der Show gefeiert. Die Premiere verfolgten 4,9 Millionen Zuschauer, wie das Branchenmagazin "Variety" berichtete. Das waren demnach 43 Prozent weniger als bei der Auftaktsendung der Staffel 2015, die von Trump moderiert worden war. "Variety" führte das auch auf die Konkurrenz durch andere Sender zurück. So startete ebenfalls am Montag eine neue Staffel von "The Bachelor", außerdem lief ein Football-Spiel.

Trump war elf Jahre lang Gastgeber der Show und hatte die Rolle im vergangenen Jahr abgegeben. Er bleibt aber weiterhin Produzent der Sendung. Das "Forbes"-Magazin schätzt, dass Trump für die Staffel eine Gage von insgesamt 7,4 Millionen Dollar (umgerechnet 7,1 Millionen Euro) erhalten wird. In der Vorgänger-Serie "The Apprentice" ließ Trump Kandidaten um einen Ausbildungsplatz buhlen. Verlierern schleuderte er stets den Satz "You're fired!" ("Du bist gefeuert") entgegen.

14.02 Uhr

Eine massive, hohe Mauer entlang der US-Grenze zu Mexiko: Das hat der Republikaner Donald Trump seinen Wählern versprochen. In zwei Wochen wird er als 45. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt - und muss liefern. Allerdings versprach er nicht nur die Mauer, sondern auch, das Mexiko dafür selbst bezahlen würde. Das will Mexiko aber nicht.

Nun haben Trumps Berater offenbar den US-Kongress gebeten, das Geld für die Mauer gewissermaßen vorzustrecken, damit das Vorhaben schneller umgesetzt werden könne. Es gibt demnach öffentliche Mittel, die für Zäune und Grenzsicherung bereitstehen. Einen Bruch mit seinem Wahlversprechen sieht Trump bei dem Vorgehen nicht: Natürlich werde man sich das Geld für die Mauer im Nachhinein von Mexiko wiederholen, twitterte er. Das würden die "unehrlichen Medien" verschweigen.

9.12 Uhr

Der scheidende US-Vizepräsident Joe Biden hat Donald Trump empfohlen, ein besonneneres Verhalten an den Tag zu legen. "Werd erwachsen, Donald", sagte Biden in einem Interview des Senders PBS, von dem am Donnerstag zunächst Auszüge veröffentlicht wurden. An Trump gerichtet sagte der 74-Jährige: "Du bist Präsident. Du musst etwas tun. Zeig uns, was Du kannst."

Die Journalistin Judy Woodruff hatte Biden auf jüngste Äußerungen Trumps angesprochen, in denen der designierte Präsident etwa einen führenden Demokraten als "Oberclown" bezeichnet hatte. Biden sagte, man werde Trump bald an konkreter Politik messen können. "Es wird sehr viel klarer sein, wofür er steht und wofür nicht (...), sobald wir erstmal über Detailfragen diskutieren, die das Leben der Menschen betreffen."

8.38 Uhr

Der Aktienkurs von Toyota an der Börse von Tokio ist am Freitag zeitweise um mehr als drei Prozent gefallen, nachdem der designierte US-Präsident Donald Trump dem Autobauer wegen einer geplanten Fabrik in Mexiko mit Strafzöllen gedroht hatte. Bei Handelsbeginn sackte der Toyota-Kurs um 3,11 Prozent ab und erholte sich dann leicht. Auch die Aktienkurse anderer Autohersteller gaben nach - Nissan etwa lag knapp 1,8 Prozent im Minus, Honda rund 1,5 Prozent.

Trump hatte am Donnerstag im Internetdienst Twitter mit Blick auf Toyota geschrieben: "Baut die Anlage in den USA oder zahlt eine hohe Grenzsteuer." Die Pläne des japanischen Konzerns zum Bau einer Fertigungsanlage in Mexiko, wo Autos vom Typ Corolla für den US-Markt hergestellt werden sollen, kommentierte Trump mit den Worten: "Auf keinen Fall!"

7.05 Uhr

US-Geheimdienste sind sich sicher: Russland steckt hinter den Hackerangriffen gegen die Demokraten im Präsidentschaftswahlkampf. Laut "Washington Post" und CNN sollen die Behörden Barack Obama einen Bericht vorgelegt haben. Darin heißt es, die erbeuteten E-Mail-Daten sollen vom russischen Militärgeheimdienst GRU über einen "verschlungenen Weg" zur Enthüllungsplattform Wikileaks gelangt sein. Auf diese Weise habe man die Quelle verschleiern wollen. (Lesen Sie hier mehr zum Thema.)

5.33 Uhr

Mit Ex-CIA-Chef James Woolsey verliert Donald Trump einen wichtigen Berater. Der Geheimdienstexperte ist aus Trumps Übergangsteam zurückgetreten - aufgrund zunehmender Spannungen. Laut Medienberichten ist Woolsey frustriert über Trumps Sicherheitspolitik und seine abwertenden Äußerungen über die Geheimdienste.

4.27 Uhr

Die britische Premierministerin Theresa May hat einen Besuch beim künftigen US-Präsidenten Donald Trump im Frühjahr angekündigt. Mays Stabschefs Nick Timothy und Fiona Hill seien vergangenen Monat in die USA gereist, um sich mit Trumps Übergangsteam zu treffen, sagte ein Sprecher von May. Dieses Treffen sei "Teil eines Prozesses für den ersten Besuch der Premierministerin" bei Trump gewesen, der nun "im Frühjahr" stattfinden könne, führte der Sprecher aus. Einen genauen Termin wollte er nicht nennen. Der britische Sender Sky News berichtete, May reise im Februar in die USA.

1.44 Uhr

Der Ex-Senator und frühere US-Botschafter in Deutschland, Dan Coats, soll laut Medienberichten den einflussreichen Posten des US-Geheimdienstkoordinators übernehmen. Der künftige US-Präsident Donald Trump werde den 73-Jährigen zum Nachfolger von Geheimdienstdirektor James Clapper ernennen, berichteten mehrere US-Medien.

Der Republikaner Coats, der bis Dienstag für den Bundesstaat Indiana im Senat saß, war unter dem damaligen US-Präsidenten George W. Bush von 2001 bis 2005 US-Botschafter in Deutschland. Der bisherige Geheimdienstdirektor James Clapper hatte im November seinen Rücktritt erklärt. Der Geheimdienstkoordinator ist der wichtigste Berater des Präsidenten in nachrichtendienstlichen Angelegenheiten.

kev/vks/dpa



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