Umstrittener Politiker Farage unterstützt Trump im Wahlkampf

Eigentlich wollte Donald Trump künftig weniger rassistisch und rigide rüberkommen. Bei einer Wahlkampfveranstaltung hat sich der US-Präsidentschaftskandidat nun aber ausgerechnet Nigel Farage auf die Bühne geholt.

Nigel Farage und Donald Trump in Jackson
AFP

Nigel Farage und Donald Trump in Jackson


Nigel Farage hat vor dem Referendum der Briten über den Verbleib in der Europäischen Union keine Gelegenheit ausgelassen, seine rechtspopulistischen Positionen darzulegen: Er warnte vor der Überfremdung des Landes durch Migranten, schürte Ängste gegen Ausländer.

Positionen, die zu Donald Trumps Einstellungen gegen Einwanderer und seinen teilweise rassistischen Ansichten in der Ausländerpolitik gut passen - eigentlich. Denn in den vergangenen Tagen hatte der US-Präsidentschaftskandidat der Republikaner angedeutet, künftig von seinen rigiden Positionen abrücken zu wollen.

Doch das sah auf einer Wahlkampfveranstaltung nun anders aus: In Jackson im US-Bundesstaat Mississippi standen Trump und Farage gemeinsam auf der Bühne. Der Brexit-Befürworter aus Großbritannien war gekommen, um den schwächelnden Kandidaten gegen die Demokratin Hillary Clinton zu unterstützen.

Trump stehe für die Anti-Establishment-Bewegung, die er auch in seiner britischen Heimat angeführt habe, sagte Farage. "Wäre ich ein amerikanischer Bürger, dann würde ich nicht mal für Hillary Clinton stimmen, wenn ich dafür bezahlt würde."

Er sehe gute Chancen für Trumps Kampagne, die Parallelen zu seinem Kampf für den EU-Austritt Großbritanniens aufweise. "Ihr könnt die Meinungsforscher und Kommentatoren eines Besseren belehren und Ihr könnt Washington besiegen", sagte Farage den rund 10.000 Zuschauern in Jackson. Farage war nach dem Brexit-Referendum als Ukip-Vorsitzender zurückgetreten.

Bereits vor einem Monat hatte Farage an dem Treffen der Republikaner in Cleveland teilgenommen. Dort war Trump zum Präsidentschaftskandidaten ernannt worden. Damals distanzierte sich der EU-Parlamentarier noch von einigen Forderungen des Immobilienmilliardärs.

brk/Reuters/AFP

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