Trumps Ex-Wahlkampfchef Manafort kooperiert mit Sonderermittler Mueller

Der ehemalige Wahlkampfmanager von Präsident Trump hat sich der Verschwörung zum Betrug an den Vereinigten Staaten schuldig bekannt. Paul Manafort willigte zudem ein, mit Sonderermittler Mueller zusammenzuarbeiten.
Paul Manafort

Paul Manafort

Foto: Yuri Gripas/ REUTERS

Paul Manafort, der frühere Wahlkampfleiter von US-Präsident Donald Trump, hat sich bereit erklärt, mit den Ermittlern zur Russland-Affäre zu kooperieren. Sonderermittler Robert Mueller untersucht unter anderem die mutmaßlichen Absprachen zwischen Trumps Wahlkampfteam und Russland während des US-Präsidentschaftswahlkampfes 2016.

Die Vereinbarung ist Teil eines Deals im zweiten Prozess gegen Manafort. Am Freitag bekannte er sich in dem Verfahren in zwei Punkten schuldig: Verschwörung zum Betrug an den Vereinigten Staaten und Verschwörung zur Behinderung der Justiz. Details zu der Mueller-Kooperation wurden zunächst nicht bekannt.

In dem ersten Prozess war Manafort im August wegen Steuer- und Bankenbetrugs schuldig gesprochen worden, die Verkündung seines Strafmaßes in diesem Verfahren steht noch aus. Wie dieser Schuldspruch beruhen auch die im Vorfeld des nun möglicherweise ausfallenden zweiten Prozesses erhobenen Anklagepunkte gegen den früheren Trump-Berater auf den Untersuchungen des Sonderermittlers Mueller.

Die im Vorfeld der Verhandlung am Freitag veröffentlichten Dokumente zeigen, dass die Staatsanwaltschaft im Gegenzug für Manaforts Schuldeingeständnis einen Teil der bislang geplanten Anklagepunkte fallen lassen will.

Anschuldigungen fallen gelassen

Gestrichen werden sollen demnach unter anderem Anschuldigungen gegen Manafort, die sich auf mutmaßliche Geldwäsche und Nicht-Registrierung von Lobbyistentätigkeiten bei den US-Behörden beziehen. Die beiden demnach verbleibenden Anklagepunkte beziehen sich auf Verschwörung zum Betrug an den US-Behörden - wegen mutmaßlicher Falschaussagen Manaforts - sowie Verschwörung zur Behinderung der Justiz. Mit letzterem Punkt sind mutmaßliche Versuche Manaforts gemeint, Einfluss auf Zeugen zu nehmen.

Wie im ersten Verfahren beziehen sich auch diese Vorwürfe der Ermittler gegen Manafort nicht direkt auf die Russland-Affäre, sondern auf dessen frühere Lobbyistentätigkeit für prorussische Kräfte in der Ukraine. Der im Mai 2017 wegen der Russland-Affäre eingesetzte Sonderermittler ist befugt, auch anderen möglichen Straftatbeständen nachzugehen, auf die er im Zuge seiner Untersuchungen stößt.

Das Weiße Haus reagierte umgehend auf die Meldung: "Das hat absolut nichts mit dem Präsidenten oder seinem siegreichen Präsidentschaftswahlkampf 2016 zu tun", sagte Sprecherin Sarah Sanders.

vks/dpa/Reuters
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