US-Präsidentschaftswahlkampf Romney verteidigt seinen Mini-Steuersatz

Kein Thema bietet im US-Wahlkampf mehr Raum für Spekulationen als Mitt Romneys Steuersatz. Der republikanische Kandidat und Multimillionär hat nun beteuert, in den vergangenen zehn Jahren regelmäßig Steuern gezahlt zu haben - "immer mehr als 13 Prozent". Die Debatte über seine Abgaben bezeichnete er als kleinlich.

Mitt Romney auf Wahlkampftour: "Faszination für meine Steuern"
AP

Mitt Romney auf Wahlkampftour: "Faszination für meine Steuern"


Washington - Sein Vermögen und seine Steuern sind ein Dauerbrenner im amerikanischen Wahlkampf. Mitt Romney wird das Thema einfach nicht los. Nun versuchte der Obama-Herausforderer erneut, die Debatte zu unterdrücken - und entfachte sie damit erst richtig. Der designierte Kandidat der Republikaner sagte am Donnerstag, dass er die "Faszination für meine Steuern" angesichts der "Herausforderungen, vor denen Amerika steht" für kleinlich halte. Romney betonte, er habe in den vergangenen zehn Jahren immer mehr als 13 Prozent Steuern gezahlt.

Mit den Geldern, die er für wohltätige Zwecke spende, steige der Satz auf "deutlich über 20 Prozent" seines Einkommens, sagte der frühere Finanzinvestor und Ex-Gouverneur von Massachusetts. Eine umfassende Veröffentlichung seiner Steuerdokumente stellte Romney aber weiterhin nicht in Aussicht. Der Multimillionär soll Ende August auf dem Parteitag der Republikaner offiziell zum Herausforderer von Präsident Barack Obama gekürt werden.

Romney hatte angegeben, 2010 auf Einnahmen von fast 22 Millionen Dollar einen Steuersatz von 13,9 Prozent gezahlt zu haben. Den Großteil bezog er dabei aus Kapitaleinkünften, die in den USA deutlich niedriger besteuert werden als Lohneinkommen. Die Steuerbescheide aus früheren Jahren hält Romney dagegen unter Verschluss. Dies nährte Spekulationen, dass der Republikaner womöglich Gelder am US-Fiskus vorbei in Steueroasen geparkt haben könnte.

Im Kampf um die Wähler der Mittelschicht haben sich Obamas Demokraten auf Romneys Verschwiegenheit bei seinen persönlichen Finanzen eingeschossen und stellen den designierten republikanischen Kandidaten als abgehoben dar. Der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Harry Reid, behauptete gar, ohne dafür Beweise vorzulegen, Romney habe mehrere Jahre überhaupt keine Steuern gezahlt,. Der Republikaner wies dies am Donnerstag als "vollkommen falsch" zurück.

Obama und Romney streiten sich im Wahlkampf auch inhaltlich über die Steuerpolitik. Während der Präsident die Reichen bei der Sanierung des Staatshaushalts stärker zur Kasse bitten möchte, will Romney den Spitzensteuersatz weiter senken. Die Staatsverschuldung soll mit massiven Kürzungen auch bei Sozialprogrammen abgebaut werden. Am Samstag hatte Romney den Abgeordneten Paul Ryan, der als Architekt der republikanischen Steuer- und Haushaltspolitik im Kongress gilt, zu seinem Vizekandidaten gemacht.

Mit 13 Prozent Steuern zahlt Multimillionär Romney prozentual deutlich weniger Steuern als Millionen Arbeitnehmer in den USA. Schon Multimilliardär und Investor Warren Buffet hatte einst darauf hingewiesen: Er zahlt einen geringeren Satz als seine Sekretärin.

ler/dpa/AFP

insgesamt 86 Beiträge
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Seite 1
prontissimo 17.08.2012
1. Man könnte es so zusammenfassen:
Zitat von sysopAPKein Thema bietet im US-Wahlkampf mehr Raum für Spekulationen als Mitt Romneys Steuersatz. Der republikanische Kandidat und Multi-Millionär hat nun beteuert, in den letzten zehn Jahren regelmäßig Steuern gezahlt zu haben - "immer mehr als 13 Prozent". Die Debatte über seine Abgaben bezeichnete er als kleinlich. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,850527,00.html
Die Us-Amerikaner bekommen genau wie wir hier in Deutschland genau die ReGIERung, die sie verdient haben. Jammern ist also überflüssig.
martin-gott@gmx.de 17.08.2012
2. Einnahmeproblem
Zitat von sysopAPKein Thema bietet im US-Wahlkampf mehr Raum für Spekulationen als Mitt Romneys Steuersatz. Der republikanische Kandidat und Multi-Millionär hat nun beteuert, in den letzten zehn Jahren regelmäßig Steuern gezahlt zu haben - "immer mehr als 13 Prozent". Die Debatte über seine Abgaben bezeichnete er als kleinlich. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,850527,00.html
auf jeden Fall hat die USA eher ein Einnahmeproblem als ein Ausgabeproblem. Vielleicht vom Militär abgesehen.
mike75075 17.08.2012
3. absolut schlecht beraten
scheint Remoney zu sein...vielleicht hätten ihm diesmal die absoluten Zahlen mehr geholfen denn 13,9% von x Millionen $ sehen besser aus als nur die 13,9% als relative Zahl zu rechtfertigen...wer ist da eigentlich weniger smart...Remoney oder seine Berater?...
Ruhri1972 17.08.2012
4.
Auch in Deutschland zahlen Einkommensmillionäre aus Kapitaleinkünften prozentual deutlich weniger Steuern als ein hart arbeitender Facharbeiter.
hubertrudnick1 17.08.2012
5. Ministeuersatz
Zitat von sysopAPKein Thema bietet im US-Wahlkampf mehr Raum für Spekulationen als Mitt Romneys Steuersatz. Der republikanische Kandidat und Multi-Millionär hat nun beteuert, in den letzten zehn Jahren regelmäßig Steuern gezahlt zu haben - "immer mehr als 13 Prozent". Die Debatte über seine Abgaben bezeichnete er als kleinlich. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,850527,00.html
Wer einen Ministeuersatz fordert, der sollte aber auch dazu sagen, wie er von der hohen Staatsverschuldung herunterkommen will und wie er in der Zukunft die gesellschaftlichen Aufgaben meistert. Aber das kennen wir ja auch von deutschen Parteien die immer die Steuern abschaffen wollen, wenigsten für ihren Klientel.
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