Maria Butina Verurteilte russische Agentin in den USA aus Gefängnis entlassen

Eineinhalb Jahre saß Maria Butina in den USA wegen Spionage in Haft. Nun soll die Russin in ihre Heimat abgeschoben werden.

Maria Butina im Jahr 2013
STR/ AFP

Maria Butina im Jahr 2013


Die in den USA wegen illegaler Agententätigkeit verurteilte Russin Maria Butina ist aus dem Gefängnis entlassen worden. Im April dieses Jahres war sie zu einer 18-monatigen Freiheitsstrafe verurteilt. Sie hatte den Versuch gestanden, konservative Lobbygruppen in den USA wie die National Rifle Association (NRA) zu infiltrieren. Nun wurde sie aus einem Gefängnis in Florida entlassen, nachdem sie mehr als 15 Monate in Haft verbracht hat. Am morgigen Samstag soll sie in Russland eintreffen.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte sich über die Verurteilung Butinas empört gezeigt. Er sagte, sie habe keine Anordnungen der russischen Regierung ausgeführt.

Sie kooperierte mit den amerikanischen Behörden

Butina hatte gestanden, unter Anleitung eines Moskauer Regierungsvertreters in den USA operiert zu haben. Das umfasst auch die Zeit des US-Präsidentschaftswahlkampfs 2016. Sie hatte mit den amerikanischen Behörden kooperiert und dadurch eine Reduzierung ihrer potenziellen Freiheitsstrafe erreicht.

Das Verfahren gegen Butina geht nicht auf die Russland-Untersuchungen von Sonderermittler Robert Mueller zurück. Mueller hatte mögliche Absprachen von Vertretern des Trump-Lagers und Russlands im Wahlkampf 2016 untersucht. US-Geheimdienste werfen Russland eine versuchte Einflussnahme auf die damaligen US-Wahlen vor.

Butina war mit einem Studentenvisum in Washington immatrikuliert und setzte sich für Waffenrechte ein. Die US-Bundespolizei FBI hielt das Studium für eine Tarnung der Agententätigkeit. Nach ihrer Festnahme war gegen Butina Untersuchungshaft wegen Fluchtgefahr verhängt worden.

Keine "traditionelle" Agententätigkeit

Amerikanische Staatsanwälte sagten, sie sei keiner "traditionellen" Agententätigkeit nachgegangen, sondern habe hinter den Kulissen agiert, um in konservative Kreise vorzudringen und die Beziehungen zwischen den USA und Russland zu verbessern. Sie hatte Abendessen in Washington und New York organisiert und hatte an Veranstaltungen teilgenommen, um prominente Politiker zu treffen. Unter anderem ist sie US-Präsident Donald Trump begegnet.

Es sei nicht klar, welches Verbrechen sie begangen habe, sagte Putin. "Ich denke, es ist ein exzellentes Beispiel von 'Gesicht wahren'", sagte der russische Präsident. "Sie haben das Mädchen verhaftet und ins Gefängnis gesteckt. Aber es gab nichts - um nicht blöd auszusehen, haben sie sie zu 18 Monaten Haft verurteilt, um zu zeigen, dass sie irgendwie schuldig war."

Butina hatte angegeben, nicht gewusst zu haben, dass sie sich als ausländische Lobbyistin hätte eintragen lassen müssen. Die Richterin Tanya S. Chutkan hatte bei der Urteilsverkündung gesagt, dass dies kein Fall einer einfachen Fehleinschätzung einer überambitionierten russischen Studentin sei. "Die Durchführung war anspruchsvoll und drang tief in politische Organisationen ein", sagte sie.

höh/Reuters/AP



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KingTut 25.10.2019
1. Dementieren
Es ist eine altbekannte Masche von Autokraten und Diktatoren, dass sie mit betonter Unschuldsmiene alles bestreiten, was in einem rechtsstaatlichen Verfahren bewiesen ist. Das gilt für die Nervengiftanschläge in Großbritannien, den Anschlag auf einen Dissidenten in Berlin und leider auch für Flug MH17. Vor diesem Hintergrund sind die Beteuerungen von Putin einzuordnen. Wer ihm hier argumentativ zu Hilfe eilt, der kommt an den genannten Fakten nicht vorbei, kann sie aber gerne - so er/sie denn kann - widerlegen.
Stereo_MCs 25.10.2019
2. Pinocchio
Zitat von KingTutEs ist eine altbekannte Masche von Autokraten und Diktatoren, dass sie mit betonter Unschuldsmiene alles bestreiten, was in einem rechtsstaatlichen Verfahren bewiesen ist. Das gilt für die Nervengiftanschläge in Großbritannien, den Anschlag auf einen Dissidenten in Berlin und leider auch für Flug MH17. Vor diesem Hintergrund sind die Beteuerungen von Putin einzuordnen. Wer ihm hier argumentativ zu Hilfe eilt, der kommt an den genannten Fakten nicht vorbei, kann sie aber gerne - so er/sie denn kann - widerlegen.
Und wer mal in Großaufnahme sehen will wie es aussieht wenn der KGB und FSB Maestro persönlich lügt, wird hier ab Minute 23:00 fündig: https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinfo-doku/todesflug-mh17-den-taetern-auf-der-spur-102.html Und wer das gesamte Arsenal an russ. Lügen vorgeführt bekommen möchte, schaut einfach die ganze Doku.
Stereo_MCs 25.10.2019
3. Putin hat es gerade nötig sich zu echauffieren
Die Taten von Frau Butina sind klar belegt. Und gerade im Zuge des Treibens der Russen rund um die Trump Wahl schlüssig. Zudem hat sie gestanden. Und kommt für all das in einem Rechtsstaat für für 15 Monate in Haft und kann nun gehen. Wie sieht sowas ähnliches denn auf der anderen Seite aus? Der US Bürger Paul Whelan sitzt immer noch in U-Haft, ohne wirkliche Beweise oder gar Geständnis. Ihm drohen 10-20 Jahre Haft. https://www.spiegel.de/politik/ausland/paul-whelan-in-russland-wegen-angeblicher-spionage-in-haft-a-1249343.html Das einzige was man ihm vorwirft, ist ein USB Stick der plötzlich aus dem Nichts aufgetaucht ist. Keine russ. Stelle sagt woher und wie. Und dass dieses Unterschieben von Sachen ja quasi schon gute alte russ. "Tradition" ist, haben sie erst wieder vor kurzem bewiesen, als ein russ. Student angeblich Drogen besessen und eine Drogen Whg. haben sollte. Dann stellte sich raus, Drogen waren untergeschoben, Fotos der Wohnung Fälschungen. Nur seine Verletzungen waren echt. https://de.wikipedia.org/wiki/Iwan_Walentinowitsch_Golunow#Festnahme_Juni_2019_und_Freilassung Und wie ultra dreist sogar das russ. Verteidigungsministerium lügt, darf hier bewundert werden. "Beweise" aus einem Handy-Game kopiert. Das schafft wirklich nur Russland: https://www.vice.com/de/article/9kqvk3/russland-beweist-mit-screenshot-aus-videospiel-dass-is-und-usa-kooperieren-und-das-ist-erst-der-anfang oder das "Lügen Inferno" zu MH17, Video s.o. Man darf also getrost von einer fingierten Rache Aktion eben genau für diese Spionin Butina ausgehen.
rjb26 25.10.2019
4. kleiner Fehler
Sie wurde verurteilt, war aber eben nie eine russische Spionoin oder so
t.malinowski 25.10.2019
5. Richtig
Zitat von rjb26Sie wurde verurteilt, war aber eben nie eine russische Spionoin oder so
Sie wurde verurteilt weil sie sich nicht als Ausländische Mitarbeiterin (FARA) angemeldet hatte und doch diese Arbeit gemacht hat. Hat nicht das geringste mit Spionage zu tun, paßt aber als Wahrheit nicht in das Bild welches SPON und die US Demokraten zeichnen wollen. Nicht das es mich noch überrascht daß sich hier die Fakten hinter parteiischer Meinung versteckt.
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