USA "Russische Raketenvorschläge sind unausgereift"




Washington - Die USA haben verhalten auf die Pläne der russischen Regierung reagiert, eine mobile europäische Raketenabwehr aufzubauen. Pentagon-Sprecher Craig Quigley wies darauf hin, dass der Plan eine offensichtliche "Schwäche" habe: Die Vereinigten Staaten würden dadurch nicht geschützt. Generell seien die USA aber durch die Tatsache "ermutigt, dass die Russen anerkennen, dass es eine sehr reale Bedrohung für Europa durch Massenvernichtungswaffen gibt", so Quigley.

Quigley betonte, wenn die Russen einen Vorschlag hätten, der Sinn mache und helfe, Europa vor einem Raketenangriff zu schützen, müsse man einen Blick darauf werfen und schauen, wo man kooperieren könne.

Putin hatte seinen Vorschlag bereits im Juni vergangenen Jahres gemacht, ihn gestern aber in einem Gespräch mit Nato-Generalsekretär George Robertson in Moskau konkretisiert. Danach würde das mobile europäische Raketenabwehrsystem lediglich regional bei Bedarf aufgebaut, wenn es eine Bedrohung aus einer bestimmten Richtung gibt.

Der Vorstoß unterscheidet sich damit wesentlich von den US-Plänen für eine nationale Raketenabwehr, die fest stationiert sein soll - nach bisherigen Vorstellungen landgestützt. Die europäischen Verbündeten stehen den amerikanischen Plänen kritisch gegenüber. Die USA haben ihnen eine Einbeziehung in den Schutz angeboten.



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