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02. Juni 2012, 14:14 Uhr

Neue Militärstrategie

USA schicken mehr Kriegsschiffe in den Pazifik

Die Regierung Obama verstärkt die militärische Präsenz der USA im asiatisch-pazifischen Raum. Der größte Teil der Kriegsschiffe soll in den kommenden Jahren dorthin verlagert werden. Washington reagiert damit auf Chinas Aufrüstung.

Singapur - Die USA wollen in den kommenden Jahren die meisten ihrer Kriegsschiffe in den asiatisch-pazifischen Raum verlagern. Sechs Flugzeugträger sollten letztlich in der Region sein, kündigte US-Verteidigungsminister Leon Panetta am Samstag auf einem Sicherheitsforum in Singapur an.

Derzeit ist die Hälfte aller amerikanischen Kriegsschiffe im Asien-Pazifik-Raum unterwegs, bis 2020 soll der Anteil auf 60 Prozent steigen. Allianzen mit Japan, Südkorea, Thailand, den Philippinen und Australien seien von großer Bedeutung für die USA, betonte Panetta zu Beginn seiner siebentägigen Reise durch die Region. Man wolle die Zahl gemeinsamer militärischer Übungen erhöhen.

Zugleich räumte Panetta Schwierigkeiten bei den Beziehungen zu China ein. "Weder wir noch China sind naiv hinsichtlich der Beziehung." Doch es gebe keine Alternative zur Verbesserung der Kommunikation und Verbesserung des Verhältnisses. Er betonte, dass die Fokussierung auf Asien nicht dazu diene, China in seine Schranken zu weisen. Washington schaut mit Sorge auf den militärischen Aufstieg Chinas, das in den vergangenen Jahren insbesondere seine Marine aufrüstete. Die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua warnte nach der Ankündigung Panettas am Samstag, in der Region "Wellen zu schlagen".

Chinas Militär entwickelt sich rasant

Die Verlegung der Seestreitkräfte ist Teil einer neuen Militärstrategie, die US-Präsident Barack Obama im Winter vorgestellt hatte. "Ich habe eine strategische Entscheidung getroffen: Als Pazifiknation werden die USA eine größere und langfristigere Rolle in der Gestaltung dieser Region und ihrer Zukunft spielen", hatte er damals angekündigt. "Wir sind hier, um zu bleiben", sagte der Präsident vor dem australischen Parlament. Bis zu 2500 Elite-Soldaten der Marine-Infanterie sollen dauerhaft nach Darwin verlegt werden - die erste militärische Expansion in dieser Region seit dem Ende des Vietnam-Kriegs.

Vor allem Länder wie Japan und Südkorea hatten sich in der Vergangenheit für ein stärkeres Engagement der USA in der Region ausgesprochen. Seit dem Zweiten Weltkrieg halten die USA Militärbasen in den beiden Ländern.

Grund für die Strategieänderung der US-Regierung dürfte die Entwicklung des chinesischen Militärs sein. China modernisierte seine Streitkräfte in den vergangenen Jahren mit atemberaubendem Tempo. Die Zeiten der Massenarmee gehen zu Ende. Peking setzt auf eine hochtechnische Streitmacht.

Das US-Militär muss jedoch nicht nur eine neue Strategie bewältigen - es muss auch noch dramatisch sparen. Trotzdem soll es nach Obamas Plänen schlanker, effizienter und schneller werden. Insgesamt sollen 70.000 Stellen wegfallen. Leidtragende sind vor allem das Heer und die Marineinfanterie. Der Schwerpunkt soll künftig auf Luftwaffe und Marine gerichtet sein. Im pazifischen Raum, wo rund ein Drittel der Menschheit lebt, will Obama ausdrücklich nicht sparen.

ler/Reuters/AFP

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