Reaktionen auf Shutdown "Wie ein verzogenes Gör"

Tränen, Beschimpfungen, Wutausbrüche: Erbittert rechnen Demokraten und Republikaner im US-Haushaltsstreit miteinander ab, machen sich gegenseitig für den Shutdown verantwortlich. Beamte und Bürger sind verärgert. Hier die stärksten Zitate.

Tea-Party-Anführerin Amy Kremer: Aktionistin gegen Gesundheitsreform
AP/dpa

Tea-Party-Anführerin Amy Kremer: Aktionistin gegen Gesundheitsreform


Hamburg/Washington - Der Streit ist erbittert - und noch lange nicht vorbei. Nachdem der Finanzstopp für die Bundesregierung in Kraft getreten ist, machen sich Republikaner und Demokraten gegenseitig dafür verantwortlich. Bundesbedienstete sind verunsichert, Bürger verärgert. Einige Zitate aus der hochemotionalen Debatte:

  • Barack Obama, US-Präsident: "Leider hat der Kongress seine Pflicht nicht erfüllt."

  • Harry Reid, Mehrheitsführer der Demokraten im Senat: "Dies ist ein sehr trauriger Tag für unser Land."

  • John Boehner, Mehrheitsführer der Republikaner im Repräsentantenhaus: "Wir werden nicht diejenigen sein, die zum Schluss das heiße Eisen halten."

  • John McCain, repulikanischer Senator, über die Strategie, Obamas Gesundheitsreform über die Haushaltspolitik zu stoppen: "Wir können nicht gewinnen."

  • Debbie Wasserman Schultz, demokratische Abgeordnete im Repräsentantenhaus, über Twitter: "Weil Extremisten die Republikanische Partei kapern konnten, haben wir jetzt den Shutdown und setzen unsere Wirtschaft aufs Spiel."

  • Barack Obama, US-Präsident, an die Adresse der Republikaner im Kongress: "Die Finanzierung der Gesundheitsreform steht. Ihr könnt sie nicht lahmlegen."

  • Nancy Pelosi, Chefin der demokratischen Minderheit im Repräsentantenhaus, über die Schuldigen am Finanzstopp: "Sie halten nichts von der Regierung. Sie sind Anti-Regierungs-Ideologen. Das ist der 'Tea-Party-Shutdown'."

  • John Cornyn, republikanischer Senator: "Der Präsident war darauf erpicht, mit dem Präsidenten Irans über ein sehr wichtiges Thema zu verhandeln. Aber mit den Chefs der Republikaner in Senat und Repräsentantenhaus will er nicht sprechen."

  • Amy Kremer, Tea-Party-Anführerin, über den Mehrheitsführer der Demokraten im Senat: "Harry Reid benimmt sich wie ein verzogenes Gör."

  • Harry Reid, Mehrheitsführer der Demokraten im Senat, über einen Kompromissvorschlag der Republikaner kurz vor Eintreten des Finanzstopps: "Wir werden nicht in den Vermittlungsausschuss gehen, wenn eine Waffe auf unseren Kopf gerichtet ist."

  • Darquez Smith, 23-jähriger Angestellter in einem Luftfahrtmuseum in Ohio und werdender Vater: "Bei mir stapeln sich die Ausgaben: Studiengebühren, Rechnungen, meine Tochter. Ich kann derzeit nur abwarten wie alle anderen."

  • Marlena Knight, australische Touristin in Philadelphia: "Wir können uns nicht vorstellen, kein staatliches Gesundheitssystem zu haben. Ich kann einfach nicht glauben, dass dieses Land wegen so etwas wie einem Streit über ein staatliches Gesundheitssystem lahmgelegt werden kann. Für mich als Australierin ist das total bizarr, aber gleichzeitig faszinierend."

  • Barbara Haxton, Chefin einer Fördereinrichtung für Kinder aus bildungsfernen Familien, der durch den Finanzstopp mittelfristig das Geld ausgehen könnte: "Aber unser Abgeordneter bekommt weiter seine Vergütung. Niemand stoppt seine Bezahlung, und auch seine Krankenversicherung wird weiter bezahlt."

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Haushaltsstreit in den USA: Was der Shutdown für Touristen bedeutet

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gog-magog 01.10.2013
1.
Zitat von sysopAP/dpaTränen, Beschimpfungen, Wutausbrüche: Erbittert rechnen Demokraten und Republikaner im US-Haushaltsstreit miteinander ab, machen sich gegenseitig für den Shutdown verantwortlich. Beamte und Bürger sind verärgert. Die stärksten Zitate im Überblick. http://www.spiegel.de/politik/ausland/usa-shutdown-reaktionen-von-politikern-und-buergern-a-925438.html
In der Tat würde es Sinn machen, aufgrund der Haushaltssperre jetzt auch die Beiträge in die staatlichen Krankenversicherungen von Abgeordneten, insbesondere der Republikaner, zu stoppen. Die können ja wirklich für sich selbst sorgen - die Ärmsten dagegen nicht.
spon-facebook-1429043489 01.10.2013
2. Eine wunderbare Basis um mit Europa einen Handelsvertrag zu schliessen
Ja da ist es wieder einmal soweit, die zwei Parteiendemokratie der USA schützt halt auch nicht vor Dummheit, aber dennoch sollen wir uns gerade eben dieser Ausbeuterwirtschaft mit einem bindenden ausliefern; Bravo, wir haben schon die Finanz und Lobby Brände in Europa da binden wir uns noch schnell einen Stein an den Fuss um ja nicht mehr mit bestimmen zu dürfen wer was abhört und wer was herstellt, meist Unfug und Kriege. Danke auch an die USA die uns zeigt man braucht keine Bananen herstellen um eine Bananen Republik zu werden. Yes we can.
TheGossip 01.10.2013
3. Deadlock
Nach meiner Kenntnis haben die USA den einzigen Haushalt, der von zwei Kammern genehmigt werden muss, der klassische Ansatz zum Deadlock.
auweia 01.10.2013
4. Könnte man....
Zitat von sysopAP/dpaTränen, Beschimpfungen, Wutausbrüche: Erbittert rechnen Demokraten und Republikaner im US-Haushaltsstreit miteinander ab, machen sich gegenseitig für den Shutdown verantwortlich. Beamte und Bürger sind verärgert. Die stärksten Zitate im Überblick. http://www.spiegel.de/politik/ausland/usa-shutdown-reaktionen-von-politikern-und-buergern-a-925438.html
...das nicht auch mal bei uns versuchen? Motto: "Genießt Euren unbezahlten Urlaub, wir sehen uns in einem Monat wieder?" Das dürfte doch zumindest die in ähnlichen Foren vielfach monierten Personalkosten des öffentlichen Dienstes etwas drücken...
radionatur 01.10.2013
5. gehts jetzt los?
Seh ich das richtig, daß international die Rechten auf dem Vormarsch sind und die Regierungen lahmlegen? Und niemand eine Handhabe gegen sie hat? Teaparty in USA, Berlusconi/Italien, FPÖsterreich, Seehofer, Orbán/Ungarn, Überwachungsstaat England. Ist das der Beginn des weltweiten Faschismus? Ist er die Alternative zum Kapitalismus?
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