Anklage gegen 24-Jährigen US-Soldat chattete über mögliche Anschlagspläne - mit FBI-Informanten

Er soll Anschläge auf den US-Sender CNN und Präsidentschaftskandidat Beto O'Rourke erwogen haben - jetzt sitzt ein amerikanischer Soldat in Gewahrsam. Ihm drohen bis zu 20 Jahre Gefängnis.

Das Justizministerium in Washington D.C.: Anklage gegen einen US-Soldaten
KEVIN DIETSCH/ UPI Photo/ imago images

Das Justizministerium in Washington D.C.: Anklage gegen einen US-Soldaten


Die Vorwürfe wiegen schwer: Ein US-Soldat soll sich über soziale Medien ausführlich über den Bau von Bomben ausgetauscht haben. Dabei sei es auch um konkrete Anschlagspläne gegangen, teilte das US-Justizministerium mit. Der Mann habe etwa über mögliche Angriffe auf einen Nachrichtensender und den demokratischen Präsidentschaftskandidaten Beto O'Rourke gesprochen.

Der Soldat wurde den Angaben zufolge nun wegen der Verbreitung von Informationen zu Sprengstoff und Massenvernichtungswaffen angeklagt. Der Verdächtige war in Fort Riley in Kansas stationiert. Laut den Behörden nahmen Sicherheitskräfte den 24-Jährigen fest, nachdem er verschiedene Pläne mit einem FBI-Informanten diskutiert habe. Ein Richter entschied, dass der Verdächtige bis zu einer Anhörung am Donnerstag in Gewahrsam bleiben müsse.

Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft im Einzelnen:

  • Laut Gerichtsunterlagen soll der Soldat vorgeschlagen haben, einen großen Nachrichtensender mit einer Autobombe anzugreifen. Dabei soll es sich um CNN handeln. Das berichtet der Sender unter Berufung auf zwei Quellen, die mit dem Fall vertraut sind, selbst.
  • In einer Chatgruppe soll der Mann im August die Idee verbreitet haben, innerhalb der USA einen Angriff durchzuführen. Er habe angegeben, nach weiteren "Radikalen" zu suchen. Als Ziel nannte er offenbar die Zerstörung von Mobilfunkmasten und lokalen Nachrichtensendern.
  • Der Verdächtige soll zudem über Pläne gesprochen haben, linksradikale Antifa-Aktivisten zu töten. In diesem Zusammenhang habe er beschrieben, wie eine Bombe gebaut werde könnte, die durch ein Handy ausgelöst wird, heißt es.
  • Auf Facebook habe der Soldat sein Interesse bekundet, in die Ukraine zu reisen, um mit der rechtsradikalen Gruppe Azov Batallion zu kämpfen.
  • Laut der Klageschrift gab der Mann bei einer Befragung vor seiner Festnahme an, Kenntnisse vom Bau von Sprengstoffvorrichtungen zu haben - und diese auch routinemäßig weitergegeben zu haben. Damit habe er "Chaos" verursachen wollen.
  • Gegenüber einem FBI-Undercover-Agenten soll der Soldat Beto O'Rourke im Zusammenhang mit möglichen Gewalttaten genannt haben. Aus dem Lager des Präsidentschaftskandidaten hieß es, man sei im engen Austausch mit dem FBI. Laut der Nachrichtenagentur AP hieß es in einer E-Mail, man nehme solche Drohungen sehr ernst.
  • Der Soldat habe sich zudem in einem Chat dazu geäußert, wie man verschiedene Chemikalien aus dem Haushalt verwenden könnte, um eine Bombe zu bauen. "Das ist der beste Weg, um Menschen zu bekämpfen", soll er laut der Anklageschrift geschrieben haben.
  • Dem verdeckt agierenden FBI-Agenten habe er auch Anleitungen geschickt, um eine "Bombe im Stil des Nahen Ostens" zu bauen. Ein Experte beim FBI schätzte die Anweisungen später als durchführbar ein.

Sollte der Verdächtige verurteilt werden, droht ihm laut der Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von bis zu 20 Jahren und eine Geldstrafe in Höhe von bis zu 250.000 US-Dollar.

aev/AP

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