Nahost USA stoppen offenbar Lieferung von "Hellfire"-Raketen an Israel

Die Stimmung zwischen Israel und den USA ist so schlecht wie lange nicht. Nun hält Washington laut "Wall Street Journal" eine Lieferung von Raketen an den Verbündeten zurück.
"Hellfire"-Rakete (Archivbild): Vorerst keine Flugkörper für Israel

"Hellfire"-Rakete (Archivbild): Vorerst keine Flugkörper für Israel

Foto: Ethan Miller/ AFP

Washington - Die US-Regierung hat einem Medienbericht zufolge eine Lieferung von "Hellfire"-Raketen für Kampfhubschrauber an Israel ausgesetzt. Washington kritisiere die hohe Zahl ziviler Opfer der israelischen Militäroffensive im Gaza-Streifen, berichtete das "Wall Street Journal" am Donnerstag  weiter. Dennoch habe das US-Verteidigungsministerium während des Krieges Waffenlieferungen an Israel freigegeben, ohne das Weiße Haus oder das Außenministerium zu informieren.

"Wir wurden umgangen", sagte ein US-Diplomat dem Blatt. Allerdings zitiert die Zeitung zudem weitere Quellen aus US-Militärkreisen, laut denen eine Genehmigung gar nicht nötig gewesen wäre. Waffentransfers auf dem kurzen Dienstweg - also ohne explizite Information der höchsten Instanzen - seien üblich.

Dass die US-Regierung jetzt eine große Lieferung von "Hellfire"-Raketen gestoppt habe, sei eher auf diplomatische Verspannungen zwischen den beiden Ländern zurückzuführen, heißt es. Das harte Vorgehen der Israelis im Gaza-Streifen war von der US-Regierung immer wieder ungewöhnlich scharf kritisiert worden.

Vor allem der Beschuss von Uno-Schulen, in denen Flüchtlinge Schutz gefunden hatten, wurde von den USA als "absolut inakzeptabel" verurteilt. Israels Premier Benjamin Netanjahu wiederum soll sich eine Einmischung des wichtigen Partners USA in den Gaza-Kurs verbeten haben.

Als Folge der Verstimmungen forderten hohe amerikanische Regierungsbeamte nun sogar, jede Waffenlieferung nach Israel "an höchster Stelle" prüfen zu lassen.

Das "Wall Street Journal" berichtete weiter, der aktuelle Gaza-Konflikt habe das amerikanisch-israelische Verhältnis auf den tiefsten Punkt seit dem Amtsantritt des US-Präsidenten Barack Obama gebracht. Die Zeitung schrieb, Netanjahu und Obama hätten am Mittwoch bei einem Telefonat heftig gestritten. Die Amerikaner fühlten sich von Israel "öffentlich manipuliert", schreibt die Zeitung. Viele US-Beamte hielten die israelische Regierung für rücksichtslos und unglaubwürdig.

jok/dpa
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