"New York Times" Zehntausende Männer im US-Militär sollen Opfer sexueller Übergriffe geworden sein

Im US-Militär sind laut "New York Times" in den vergangenen Jahren Zehntausende Männer sexuell missbraucht worden. Die Opfer waren demnach meist jünger als 24 und hatten einen niedrigen Dienstgrad.

US-Marines in San Diego: Sexuelle Belästigung, versuchte Nötigung, Vergewaltigung
Jake Roth/ USA TODAY Sports/ REUTERS

US-Marines in San Diego: Sexuelle Belästigung, versuchte Nötigung, Vergewaltigung


Bei den US-Streitkräften sollen in den vergangenen Jahren etwa 100.000 Männer Opfer von sexuellen Übergriffen geworden sein. Das berichtet die "New York Times". Unter Berufung auf Zahlen des US-Verteidigungsministeriums schreibt die Zeitung, allein im Jahr 2018 seien rund 7500 Männer betroffen gewesen. Die Zahlen umfassen Fälle von sexueller Belästigung, versuchter Nötigung bis hin zu Vergewaltigung.

Die Opfer seien meist jünger als 24 Jahre und hätten einen niedrigen Dienstgrad. Viele von ihnen müssten die Armee verlassen und hätten dann Schwierigkeiten, sich im Alltag zurecht zu finden.

Zwar liege die Zahl der weiblichen Opfer weitaus höher: Dem von der "New York Times" zitierten Bericht des Verteidigungsministeriums zufolge wurden im vergangenen Jahr etwa 13.000 Frauen Opfer sexueller Übergriffe. Dieses Problem ist den Behörden aber offenbar schon länger bekannt, denn Frauen meldeten Übergriffe häufiger: Bei den Betroffenen sind es demnach 38 Prozent, bei den Männern nur einer von fünf Betroffenen.

Mehr als die Hälfte der Übergriffe ging nach Angaben des Verteidigungsministeriums von Männern aus. 30 Prozent der betroffenen Männer gaben an, die Täter seien weiblich gewesen, in 13 Prozent der Fälle handelte es sich um männliche und weibliche Täter. Die weiblichen Opfer gaben vor allem Männer als Täter an.

Nach Angaben der Zeitung erhebt das Ministerium erst seit 2006 Zahlen über männliche Opfer sexueller Übergriffe. Man sei sich bis dahin sicher gewesen, dass es sich um ein weibliches Problem handle, zitierte die "New York Times" Nathan W. Galbreath vom zuständigen Büro des Verteidigungsministeriums. Übergriffe seien entweder gar nicht erst gemeldet oder nicht weiter verfolgt worden.

cte/dpa

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