Attacke auf Ölanlagen in Saudi-Arabien Trump will keinen Krieg - und droht trotzdem

Donald Trump hatte bereits einen Vergeltungsschlag angekündigt für den Fall, dass die Schuldigen für die Angriffe auf Ölanlagen in Saudi-Arabien gefunden werden. Nun will er einen Konflikt aber vermeiden.

Donald Trump: "Ich will keinen Krieg mit irgendjemandem"
Alex Brandon / AP

Donald Trump: "Ich will keinen Krieg mit irgendjemandem"


Nach den Angriffen auf zwei Ölanlagen in Saudi-Arabien ist US-Präsident Donald Trump offenbar nicht auf einen militärischen Konflikt mit dem Iran aus. Er würde einen solchen Konflikt "sicherlich vermeiden wollen", sagte Trump am Montag im Weißen Haus: "Ich will mit niemandem Krieg." Die Vereinigten Staaten seien aber auf einen Konflikt vorbereitet. "Das war ein sehr großer Angriff. Er könnte von unserem Land sehr leicht mit einem viel, viel größeren Angriff erwidert werden."

Am Samstagmorgen hatten mehrere Explosionen Anlagen von Saudi Aramco erschüttert. Die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen hatten sich zu den Angriffen bekannt.

Nach Ansicht Trumps deutet vieles auf den Iran als Urheber der Angriffe hin. "Es sieht danach aus", sagte er, fügte aber hinzu, dass Untersuchungen andauerten: "Wir müssen definitiv herausfinden, wer es getan hat." Außenminister Mike Pompeo hatte dem Iran die Angriffe zur Last gelegt. So klar wurde Trump nicht.

Der Präsident war zuvor von Verteidigungsminister Mark Esper über den Stand der Erkenntnisse zu den Attacken unterrichtet worden, wie der Pentagon-Chef mitteilte. Esper twitterte nach dem Treffen mit Trump, die USA seien bereit, die internationale Ordnung zu "verteidigen". Diese werde vom Iran "untergraben". Nach Angaben des Pentagon-Chefs laufen Beratungen von Regierung und Militär der USA mit internationalen Partnern über eine Antwort auf die "beispiellosen" Attacken.

Nach den Angriffen vom Wochenende hatte Trump den Verbündeten in der Region die Unterstützung der USA zugesagt. Zudem hatte er am Sonntag einen Vergeltungsschlag angedroht. Am Montag bekundete er seine Bereitschaft, Saudi-Arabien nach den Attacken zu "helfen".

Saudi-Arabien lädt zu internationaler Untersuchung ein

Saudi-Arabien kündigte unterdessen an, die Vereinten Nationen und internationale Experten einladen zu wollen, sich an den Ermittlungen zu den Angriffen zu beteiligen. Das Außenministerium in Riad erklärte - wie auch zuvor ein saudischer Militärsprecher - bei den Bombardierungen am Samstag seien iranische Waffen benutzt worden. Ziel der Angriffe sei in erster Linie die internationale Energieversorgung gewesen. Der saudische Ölkonzern Aramco habe rund die Hälfte der Produktion stoppen müssen.

Der Sprecher der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition, die im Bürgerkriegsland Jemen im Einsatz ist, hatte bereits zuvor erklärt, bei den Angriffen seien iranische Drohnen eingesetzt worden. Sie seien jedoch nicht von jemenitischem Boden aus gestartet worden.

Experten versuchen sich an Antworten, ob tatsächlich Drohnen oder Marschflugkörper für den Angriff auf die Ölanlagen verwendet wurden und wer sie abgefeuert haben könnte. Lesen Sie hier eine Analyse.

ptz/AFP/dpa



insgesamt 8 Beiträge
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telarien 17.09.2019
1. Ach was
Natürlich will Trump Krieg. Die Rüstungsindustrie will ihn ja auch. Außerdem dürfte jeder US-Präsident eine führen und der Irak ist einfach noch nicht wieder soweit. Da passt der Iran perfekt, nur ein Buchstabe Unterschied, das merken Trumps Wähler gar nicht. Wer einwerfen möchte, was denn mit Obama wäre, bitte genauer nachlesen.
maxmarius 17.09.2019
2. Kindergarten
Immer wieder erstaunt mich die Ausdrucksweise des Präsidenten der USA. "Das war ein sehr großer Angriff. Er könnte von unserem Land sehr leicht mit einem viel, viel größeren Angriff erwidert werden." Irgendwas muss bei dem doch in frühester Kindheit schief gelaufen sein. Man könnte ihn sicherlich auch einfach jeden Morgen am Sandkasten oder Bällebad absetzen.
fred_m 17.09.2019
3. Überstunden für internationale Experten ?
Zitat: "Saudi-Arabien kündigte unterdessen an, die Vereinten Nationen und internationale Experten einladen zu wollen, sich an den Ermittlungen zu den Angriffen zu beteiligen." Wenn internationale Experten eingeladen werden, dann könnten die eventuell nebenbei die Khashoggi-Ermittlungen etwas beleben, denn da wird sich ohne Nachhilfe aus dem Ausland nicht viel tun.
kospi 17.09.2019
4.
Wenn man Milliarden von Dollars für US-Waffen ausgibt und nicht mal fähig ist, ein paar Drohnen oder Marschflugkörper abzuschießen, dann hat man irgendwas falsch gemacht. Hat man vielleicht zu wenig Geld für die Verteidigung ausgegeben und zu viel in Angriffswaffen investiert? Will man vielleicht den Iran angreifen, weil es zu langweilig ist auf einen Angriff des Irans, der wahrscheinlich nie kommen wird, zu warten?
weltmann 17.09.2019
5. Wer dreimal lügt...
...dem glaubt man nicht...leider hat die USA die moralische Führung der Welt schon länger aufgegeben. Wer soll Ihnen jetzt noch glauben? Die meisten werden sich schon denken, dass es die USA selber waren, um einen Kriegsgrund gegen Iran zu haben.
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