Attacke auf Ölanlagen in Saudi-Arabien Trump will keinen Krieg - und droht trotzdem
Donald Trump: "Ich will keinen Krieg mit irgendjemandem"
Foto: Alex Brandon / APNach den Angriffen auf zwei Ölanlagen in Saudi-Arabien ist US-Präsident Donald Trump offenbar nicht auf einen militärischen Konflikt mit dem Iran aus. Er würde einen solchen Konflikt "sicherlich vermeiden wollen", sagte Trump am Montag im Weißen Haus: "Ich will mit niemandem Krieg." Die Vereinigten Staaten seien aber auf einen Konflikt vorbereitet. "Das war ein sehr großer Angriff. Er könnte von unserem Land sehr leicht mit einem viel, viel größeren Angriff erwidert werden."
Am Samstagmorgen hatten mehrere Explosionen Anlagen von Saudi Aramco erschüttert. Die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen hatten sich zu den Angriffen bekannt.
Nach Ansicht Trumps deutet vieles auf den Iran als Urheber der Angriffe hin. "Es sieht danach aus", sagte er, fügte aber hinzu, dass Untersuchungen andauerten: "Wir müssen definitiv herausfinden, wer es getan hat." Außenminister Mike Pompeo hatte dem Iran die Angriffe zur Last gelegt. So klar wurde Trump nicht.
Der Präsident war zuvor von Verteidigungsminister Mark Esper über den Stand der Erkenntnisse zu den Attacken unterrichtet worden, wie der Pentagon-Chef mitteilte. Esper twitterte nach dem Treffen mit Trump, die USA seien bereit, die internationale Ordnung zu "verteidigen". Diese werde vom Iran "untergraben". Nach Angaben des Pentagon-Chefs laufen Beratungen von Regierung und Militär der USA mit internationalen Partnern über eine Antwort auf die "beispiellosen" Attacken.
The United States military, with our interagency team, is working with our partners to address this unprecedented attack and defend the international rules-based order that is being undermined by Iran.
— Archive: Dr. Mark T. Esper (@EsperDoD) September 16, 2019
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Nach den Angriffen vom Wochenende hatte Trump den Verbündeten in der Region die Unterstützung der USA zugesagt. Zudem hatte er am Sonntag einen Vergeltungsschlag angedroht. Am Montag bekundete er seine Bereitschaft, Saudi-Arabien nach den Attacken zu "helfen".
Saudi-Arabien lädt zu internationaler Untersuchung ein
Saudi-Arabien kündigte unterdessen an, die Vereinten Nationen und internationale Experten einladen zu wollen, sich an den Ermittlungen zu den Angriffen zu beteiligen. Das Außenministerium in Riad erklärte - wie auch zuvor ein saudischer Militärsprecher - bei den Bombardierungen am Samstag seien iranische Waffen benutzt worden. Ziel der Angriffe sei in erster Linie die internationale Energieversorgung gewesen. Der saudische Ölkonzern Aramco habe rund die Hälfte der Produktion stoppen müssen.
Der Sprecher der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition, die im Bürgerkriegsland Jemen im Einsatz ist, hatte bereits zuvor erklärt, bei den Angriffen seien iranische Drohnen eingesetzt worden. Sie seien jedoch nicht von jemenitischem Boden aus gestartet worden.
Experten versuchen sich an Antworten, ob tatsächlich Drohnen oder Marschflugkörper für den Angriff auf die Ölanlagen verwendet wurden und wer sie abgefeuert haben könnte. Lesen Sie hier eine Analyse.