Treffen in Genf USA und Iran streiten über Syrien-Friedenskonferenz

In zwei Wochen soll die Syrien-Konferenz in der Schweiz beginnen. Noch immer ist unklar, ob Iran an den Verhandlungen teilnehmen wird. Die USA wollen Teheran nur einen Platz am Katzentisch zuweisen, doch die Islamische Republik gibt sich damit nicht zufrieden.

Iranische Außenamtssprecherin Afcham: Teilnahme in Genf nur ganz oder gar nicht
AFP

Iranische Außenamtssprecherin Afcham: Teilnahme in Genf nur ganz oder gar nicht


Washington/Teheran - Die USA sträuben sich weiter gegen eine direkte Teilnahme Irans an der geplanten Syrien-Konferenz in Genf. Teheran müsse zunächst der Bildung einer Übergangsregierung in Damaskus zustimmen, forderte US-Außenminister John Kerry.

Iran könne einiges tun, um "der internationalen Gemeinschaft zu zeigen, dass sie ernsthaft ein positiver Akteur sein wollen", sagte ein ranghoher Vertreter des US-Außenministeriums am Montag. Dazu gehöre die Aufforderung, dass Syriens Truppen die Angriffe auf die eigene Bevölkerung beenden und humanitären Zugang gewähren sollten.

Washington würde es begrüßen, wenn Iran seinen "großen Einfluss" auf die syrische Regierung nutze, hieß es. Möglich sei daher auch eine informelle Teilnahme an den Friedensverhandlungen. "Es ist möglich, dass die Iraner eine nachrangige Rolle spielen werden. Die Entscheidung darüber ist noch nicht gefallen", so ein US-Diplomat.

Uno hat bereits Einladungen verschickt

Teheran lehnt eine mögliche indirekte Teilnahme an den Gesprächen allerdings ab. Die Islamische Republik werde keinen Vorschlag zu den Genfer Verhandlungen akzeptieren, der ihre Würde nicht respektiere, sagte Marsieh Afcham, Sprecherin des Außenministeriums, am Montag im staatlichen Fernsehen.

Neben den USA lehnen auch weite Teile der syrischen Opposition sowie die arabischen Golfstaaten eine Teilnahme Irans ab. Die Gespräche sollen am 22. Januar beginnen.

Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon ließ am Montag mitteilen, die Einladungen zu der Konferenz seien verschickt worden, Iran sei allerdings vorerst nicht unter den Adressaten. Ban und der Syrien-Sonderbeauftragte Lakhdar Brahimi seien jedoch weiterhin der Meinung, dass Iran in die Friedensverhandlungen eingebunden werden müsse. Am kommenden Montag werde Kerry seinen russischen Kollegen Sergej Lawrow treffen, um über eine Teilnehme Teherans zu beraten, teilte die Uno weiter mit.

Das iranische Regime ist ein wichtiger Verbündeter des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad. Washington wirft Teheran vor, die syrischen Regierungstruppen und die libanesische Hisbollah-Miliz, die an deren Seite kämpft, mit Geld, Waffen und Ausbildern zu unterstützen.

syd/Reuters/AFP

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Sperberauge 06.01.2014
1. Angriffe auf die syrische Bevölkerung?
Das ist wieder so eine unwahre Behauptung von den USA, dass die syrische Armee auf die Bevölkerung schiesst. Syrien ist vor allem damit beschäftigt, Dschihadisten und Terroristen zu töten, von denen man weiss, dass sie u.a. Massaker in schiitischen Dörfern begangen haben. Warum sollte die syrische Armee auf unschuldige Menschen schiessen? Wieder einmal so ein erfundenes Märchen, um den ach so bösen Iran vom runden Tisch fernzuhalten .
original-native 06.01.2014
2. Washington wirft vor?!
Cazzo! Washington wird vorgeworfen muss es heißen! Washington ist dafür verantwortlich dass die radikalen Islamisten in Syrien sind. Washington ist für das Chaos im Irak verantwortlich. Washington ist das riesengroße übel dass dafür verantwortlich ist dass alles was nicht ihrem Vorbild entspricht aber trotzdem rechtens und legitim angegriffen wird. Amerika soll erst mal aufhören andere mit ihren NSA Skandalen zu bespitzeln und Hilfsgüter zu liefern anstatt Waffen, daran verdient man ja nix!
madmorty 06.01.2014
3. wie immer
Solange der Westen nicht auf Augenhöhe verhandeln möchte, wird es keine Annäherung geben. Assad bekämpft Islamisten, keine friedlichen Bürger
wer_wind-saeht 06.01.2014
4. Den Komödianten gehört mal wieder die Bühne...
Dieser Artikel, bzw. die ganze Vorgehensweise vor der "Friedenskonferenz" in Genf ist mal wieder typisch. 1. Assad, bzw. die Syrische Armee führt keinen Krieg gegen das eigene Volk. Es führt einen Krieg gegen Jihadisten und Terroristen aus aller Herren Länder. Und das ist nicht erst der Fall, seit Frau Salloum über Emirate der ISIS geschrieben hat, sondern seit Anbeginn des Angriffs auf Syrien so. 2. Den Iran als wichtige regionale Macht mit viel Einfluss auf Assad, den Irak, schiitische Gruppierungen im Allgemeinen auf der einen Seite, aber auch als Konkurrent Israels oder der nicht minder in den Syrienkonflikt involvierten Golfstaaten auf der anderen Seite, an den Katzentisch zu verdrängen grenzt schon an eine Unverschämtheit. 3. Der Iran möchte, ebenso wie der Großteil des syrischen Volkes, dass Assad bleibt. Die USA, die Golfstaaten, Frankreich und Großbritannien möchten, dass er geht. Als Vorraussetzung eine Übergangsregierung ohne Assad zu fordern, kommt den Zielen der ach so friedliebenden zweiten Gruppe eindeutig näher. Wenn so Kompromisse gefunden werden sollen, dann Prostmahlzeit. 4. Dies als Friedenskonferenz zu deklarieren ist eine einzige Farce. Wollten die Parteien wirklich Frieden, dann hätten sie a) nicht massiv die Terroristen in Syrien ausgerüstet, ihnen bei Logistik und Organisation geholfen und die Grenzen nach Syrien geschlossen und b) schon lange aufgehört, Al Qaida-Ableger zu finanzieren und einen Gottesstaat der totalen Dummheit zu ermöglichen. Wenn wir schon dabei sind: c) Hätten sie auch nicht die FSA als angeblich "demokratische" oder "gemäßigte" Fraktion unterstützen dürfen. Denn aus diesen Reihen kam der gemäßigte Volldemokrat, der so gerne menschliche Herzen frisst! 5. Wer jetzt mit Menschenrechten kommt, der darf seinen Blick bitte zuerst auf die Golfstaaten, vor allem Saudi-Arabien richten. Und wer von der syrischen Revolution und dem Kampf Assads gegen sein eigenes Volk redet, dem gebe ich nur eines zu bedenken: Revolutionen brauchen keine Hilfe von außen. Und Revolutionsführer keine Suite in einem Luxushotel in Katar. Das gleiche Spiel haben wir doch schon in Libyen gesehen, wo von außen eingegriffen wurde, als die bezahlten Terrorbanden, die dort heute noch ihr Unwesen treiben, gegen Gadaffis Mannen nicht mehr bestehen konnten.
wer_wind-saeht 06.01.2014
5. Den Komödianten gehört mal wieder die Bühne...
Dieser Artikel, bzw. die ganze Vorgehensweise vor der "Friedenskonferenz" in Genf ist mal wieder typisch. 1. Assad, bzw. die Syrische Armee führt keinen Krieg gegen das eigene Volk. Es führt einen Krieg gegen Jihadisten und Terroristen aus aller Herren Länder. Und das ist nicht erst der Fall, seit Frau Salloum über Emirate der ISIS geschrieben hat, sondern seit Anbeginn des Angriffs auf Syrien so. 2. Den Iran als wichtige regionale Macht mit viel Einfluss auf Assad, den Irak, schiitische Gruppierungen im Allgemeinen auf der einen Seite, aber auch als Konkurrent Israels oder der nicht minder in den Syrienkonflikt involvierten Golfstaaten auf der anderen Seite, an den Katzentisch zu verdrängen grenzt schon an eine Unverschämtheit. 3. Der Iran möchte, ebenso wie der Großteil des syrischen Volkes, dass Assad bleibt. Die USA, die Golfstaaten, Frankreich und Großbritannien möchten, dass er geht. Als Vorraussetzung eine Übergangsregierung ohne Assad zu fordern, kommt den Zielen der ach so friedliebenden zweiten Gruppe eindeutig näher. Wenn so Kompromisse gefunden werden sollen, dann Prostmahlzeit. 4. Dies als Friedenskonferenz zu deklarieren ist eine einzige Farce. Wollten die Parteien wirklich Frieden, dann hätten sie a) nicht massiv die Terroristen in Syrien ausgerüstet, ihnen bei Logistik und Organisation geholfen und die Grenzen nach Syrien geschlossen und b) schon lange aufgehört, Al Qaida-Ableger zu finanzieren und einen Gottesstaat der totalen Dummheit zu ermöglichen. Wenn wir schon dabei sind: c) Hätten sie auch nicht die FSA als angeblich "demokratische" oder "gemäßigte" Fraktion unterstützen dürfen. Denn aus diesen Reihen kam der gemäßigte Volldemokrat, der so gerne menschliche Herzen frisst! 5. Wer jetzt mit Menschenrechten kommt, der darf seinen Blick bitte zuerst auf die Golfstaaten, vor allem Saudi-Arabien richten. Und wer von der syrischen Revolution und dem Kampf Assads gegen sein eigenes Volk redet, dem gebe ich nur eines zu bedenken: Revolutionen brauchen keine Hilfe von außen. Und Revolutionsführer keine Suite in einem Luxushotel in Katar. Das gleiche Spiel haben wir doch schon in Libyen gesehen, wo von außen eingegriffen wurde, als die bezahlten Terrorbanden, die dort heute noch ihr Unwesen treiben, gegen Gadaffis Mannen nicht mehr bestehen konnten.
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