Rüstungsprojekt USA und Japan bauen Raketenabwehr-Schirm

Die USA haben sich mit Japan auf die Errichtung eines Raketenabwehrsystems geeinigt. Der Schirm sei gegen die Bedrohung aus Nordkorea gerichtet, betonen Washington und Tokio. Dennoch dürfte das Projekt das japanische Verhältnis zu China weiter belasten.
Verteidigungsminister Morimoto (links) und Panetta: Einigung über Raketenabwehr

Verteidigungsminister Morimoto (links) und Panetta: Einigung über Raketenabwehr

Foto: KAZUHIRO NOGI/ AFP

Tokio - Washington und Tokio haben sich auf die Errichtung eines zweiten Raketenabwehrsystems in Japan geeinigt. Dies gab US-Verteidigungsminister Leon Panetta am Montag nach einem Treffen mit seinem japanischen Amtskollegen Satoshi Morimoto in Tokio bekannt.

Ziel sei, die Region vor einer Bedrohung aus Nordkorea zu schützen. Das System richte sich nicht gegen China, betonten Regierungsbeamte der USA und Japans. Dennoch dürfte das Projekt für weitere Verstimmung in China sorgen. Ein Streit um eine Inselgruppe im Ostchinesischen Meer belastet die Beziehungen zwischen Peking und Tokio schwer. In China kam es am Wochenende zu schweren anti-japanischen Ausschreitungen.

Japans Außenminister Koichiro Gemba sagte am Montag, das Thema sei bei seinem Treffen mit Panetta zwar nicht angesprochen worden. Beide Länder seien sich aber einig, dass auch im Falle der Inseln der japanisch-amerikanische Sicherheitspakt greife. Panetta sagte, er gehe davon aus, dass der Streit um die Inseln friedlich gelöst werde.

Die USA verfügen bereit über ein ähnliches Raketenabwehr-System auf Schiffen in der Region. Der zweite Schirm in Japan soll es Schiffen ermöglichen auszuschwärmen und weitere Gebiete der Region abzudecken. Über den genauen Stationierungsort wurde noch nicht entschieden. Er dürfte jedoch im Süden Japans liegen.

fab/AP/Reuters
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