Krise am Golf Katar und USA wollen gemeinsam Terror bekämpfen

Vor einem Monat brachen mehrere arabische Staaten die Beziehungen zu Katar wegen angeblicher Terrorfinanzierung ab. Nun unterzeichneten die USA ein Abkommen mit dem Emirat. Das Ziel: der Antiterrorkampf.

Luftaufnahme von Doha
DPA

Luftaufnahme von Doha


Mitten in der Katar-Krise haben die USA und Doha eine Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terror vereinbart. US-Außenminister Rex Tillerson und sein katarischer Kollege Abdulrahman al-Thani unterzeichneten in Doha ein entsprechendes Abkommen. Ziel es es, die "Finanzierung von Terrorismus" zu unterbinden. Tillerson war am Montag an den Golf gereist, um mit Katar und seinen Gegnern Gespräche zur Entschärfung des Konflikts zu führen - Saudi-Arabien und seine Verbündeten isolieren Doha seit Anfang Juni.

Das Abkommen sei seit mehr als einem Jahr vorbereitet worden und stehe nicht in Verbindung zu dem derzeitigen Konflikt am Golf, sagte Tillerson.

Saudi-Arabien und seine Verbündeten hatten am 5. Juni ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen und eine Verkehrs- und Handelsblockade gegen den gasreichen Wüstenstaat verhängt. Sie werfen Katar eine Unterstützung von Terrorgruppen und eine zu große Nähe zu Saudi-Arabiens Erzrivalen Iran vor.

Rex Tillerson
imago /UPI Photo

Rex Tillerson

"Katar ist der erste Staat, der mit den USA ein Abkommen gegen Terrorfinanzierung schließt", sagte Katars Außenminister al-Thani. Er rief Saudi-Arabien und die anderen Gegner Dohas dazu auf, sich der Vereinbarung mit den USA anzuschließen.

Das Emirat ist für die USA ein wichtiger Verbündeter. Dort befindet sich der größte US-Militärstützpunkt der Region. Auf der Luftwaffenbasis Al-Udeid sind mehr als 10.000 US-Soldaten stationiert. Katar ist zugleich der weltweit größte Exporteur von Flüssiggas. Die Sanktionen setzen die Wirtschaft des Landes unter Druck.

Am Mittwoch wird Tillerson in Saudi-Arabien zu Gesprächen über die Krise am Golf erwartet. In Dschiddah trifft er sich nach Angaben der Regierung in Kairo mit dem ägyptischen Außenminister und seinen Kollegen aus Saudi-Arabien, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Weitere Sanktionen angedroht

Vor wenigen Tagen hatten Saudi-Arabien und drei weitere arabische Staaten weitere Sanktionen gegen das Golf-Emirat Katar angedroht. In einer gemeinsamen Mitteilung der vier Staaten, aus der arabische Medien zitierten, heißt es: "Wir werden alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, politische, wirtschaftliche und rechtliche, wie und wann wir es für angebracht halten, um unsere Rechte, Sicherheit, Stabilität und Interessen vor der aggressiven Politik der Regierung Katars zu schützen."

Die von der Regionalmacht Saudi-Arabien angeführte Gruppe wiederholte den Vorwurf an Katar, Terroristen zu unterstützen und die Sicherheit und Stabilität der Golfregion zu untergraben. Die Weigerung Katars, die Forderungen der vier arabischen Staaten zu erfüllen, zeige dessen Absicht, seine Politik fortzusetzen

mho/dpa/AFP

insgesamt 8 Beiträge
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micheleyquem 11.07.2017
1. "Katar und USA wollen gemeinsam Terror bekämpfen"
Das wird für das kleine Qatar aber schwer werden, denn die USA haben den Saudis ja gerade erst für ein paar Milliarden Dollar Waffen verkauft! Da könnten die Qataris mit ihrer paar hundert Mann Armee aber grössere Probleme bei einem "Frontalangriff" kriegen!
willibaldus 12.07.2017
2.
Ich glaube, der Trump sollte in Zukunft besser die Aussenpolitik ganz seinem Aussenminister überlassen. Der kann gar nicht so schnell fegen, wie der Trump mit Porzellan wirft. Wenn das so weiter geht, dann sitzen die USA auch da bald zwischen allen Stühlen.
w.diverso 12.07.2017
3. Man sollte nicht vergessen,
dass Saudi Arabien erst diesen harten Kurs eingeschlagen hat, nachdem Trump ihnen versichert hatte, er werde sich in ihre Politik nicht einmischen. Wenn die über einige hundert Millionen Waffen kaufen, kann ein Dealmaker ja gar nicht anders reagieren. Und der arme Tillerson Mus das jetzt wieder korrigieren. Hoffentlich funkt ihm nicht wieder der Donald mit bösen Tweets hinein. Ein Krieg in dieser Weltgegend könnte sich ja auch die ganze Welt negativ auswirken. Aber so weit hat Trump damals sicher nicht gedacht. Er war ja da sicher zu sehr mit seinem Säbeltanz beschäftigt.
irene74 12.07.2017
4.
Was denn nun? Ist Katar jetzt bösse und die Saudis gut? Oder umgekehrt.Man kommt bei der amerikanischen Außenpolitik nicht mehr mit. Jeden Tag ändern sich die Töne aus dem Weißen Haus.Einmal heißt es, es ist eine Familien Angelegenheit und jetzt versucht man doch zu vermitteln. Man kann die Regierung Trump einfach nicht ernst nehmen.
hugahuga 12.07.2017
5.
Wenn es nicht so ernst wäre - man könnte meinen, einem Stück aus dem Tollhaus beizuwohnen. Alle hier Genannten unterstützen oder haben Terroristen unterstützt. Ob es sich um Katar, KSA, die Türkei oder die USA handelt - ausnahmslos alle. Nur die wechselnde Definition dessen, wer als "Terrorist" einzustufen ist, veränderte ab und zu das gelieferte Bild.
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