Obama zum Kuba-Embargo "Wir sind Nachbarn, jetzt können wir Freunde sein"

US-Präsident Obama spricht von einem historischen Schritt - die Botschaften in den USA und Kuba sollen wieder eröffnet werden. Kubas Präsident Castro bestätigte die Aufnahme der diplomatischen Beziehungen.

US-Präsident Obama im Rosengarten: "Historischer Schritt" bei Kuba-Beziehungen
DPA

US-Präsident Obama im Rosengarten: "Historischer Schritt" bei Kuba-Beziehungen


50 Jahre lang herrschte der Kalte Krieg in der Karibik: Nun wollen die USA und Kuba wieder diplomatische Beziehungen aufnehmen. Das verkündete US-Präsident Barack Obama im Rosengarten des Weißen Hauses. Dann rief er den Kongress auf, auch das Wirtschaftsembargo gegen die sozialistische Insel aufzuheben. "Wir sind Nachbarn, jetzt können wir Freunde sein", so Obama.

Die beiden Erzfeinde hatten die Annäherung im Dezember eingeleitet. Bereits seit Anfang des Jahres gelten eine Reihe von Handels- und Reiseerleichterungen. Die USA strichen den kommunistisch regierten Staat von ihrer Terrorliste.

Bislang hatten Kuba und die USA lediglich eine Interessenvertretung in der jeweils anderen Hauptstadt. Nun sollen am 20. Juli die Botschaften in der jeweils anderen Hauptstadt wieder öffnen, teilte die kubanische Regierung in Havanna mit. Vertreter beider Länder überreichten sich am Mittwoch Schreiben ihrer Präsidenten, in denen sich Obama und Kubas Präsident Raúl Castro auf diesen Schritt einigten. Castros Schreiben wurde im kubanischen Staatsfernsehen verlesen.

Obama sprach von einem "historischen Schritt", ein neues Kapitel "mit unseren Nachbarn" in Lateinamerika habe begonnen. Noch in diesem Sommer werde US-Außenminister John Kerry nach Havanna reisen, um "aufs Neue die amerikanische Flagge über unserer Botschaft zu hissen", sagte Obama.

Die jahrzehntelange Isolation Kubas sei letztlich nicht erfolgreich gewesen. Man dürfe nicht zum "Gefangenen der Vergangenheit" werden. Die USA wolle auch weiterhin für Demokratie und Menschenrechte in Kuba eintreten und ihre Stimme erheben, so Obama.

vek/AFP/dpa



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Stäffelesrutscher 01.07.2015
1.
»Die jahrzehntelange Isolation Kubas sei letztlich nicht erfolgreich gewesen. ... Die USA wolle auch weiterhin für Demokratie und Menschenrechte in Kuba eintreten und ihre Stimme erheben, so Obama.« Der erste Satz ist das Eingeständnis einer historischen Niederlage. In Vietnam war sie militärisch, in Cuba diplomatisch. Der zweite Satz ist die alte Hybris der »Weltmacht Nummer Eins«. Es würde schon reichen, wenn die USA für Demokratie und Menschenrechte in den USA eintreten würden. Dann würden manche US-Bürger noch leben, und eine ganze Menge, unter anderem Leonard Peltier und Mumia Abu-Jamal, säßen nicht im Knast.
texas_star 01.07.2015
2.
Zitat von Stäffelesrutscher»Die jahrzehntelange Isolation Kubas sei letztlich nicht erfolgreich gewesen. ... Die USA wolle auch weiterhin für Demokratie und Menschenrechte in Kuba eintreten und ihre Stimme erheben, so Obama.« Der erste Satz ist das Eingeständnis einer historischen Niederlage. In Vietnam war sie militärisch, in Cuba diplomatisch. Der zweite Satz ist die alte Hybris der »Weltmacht Nummer Eins«. Es würde schon reichen, wenn die USA für Demokratie und Menschenrechte in den USA eintreten würden. Dann würden manche US-Bürger noch leben, und eine ganze Menge, unter anderem Leonard Peltier und Mumia Abu-Jamal, säßen nicht im Knast.
Herr Abu-Jamal ist ein rechtskraeftig verurteilter Polizistenmoerder....
gandhiforever 01.07.2015
3. Es gibt viele rechtskraeftig
Zitat von texas_starHerr Abu-Jamal ist ein rechtskraeftig verurteilter Polizistenmoerder....
verurteilte Moerder, die zu Unrecht verurteilt worden sind. In Philly kommt es oefters zu Demonstrationen fuer Abu-Jamal.
RudiLeuchtenbrink 01.07.2015
4. ist schon ok,
der zweite Satz macht dann schon wieder mißtrauisch. Den Kubanern gönne ich ein besseres Leben, symphatisches Volk und so gastfreundlich trotz der bescheidenen eigenen Verhältnisse. Ich konnte auf Jahre keine Langusten mehr sehen.
Stäffelesrutscher 01.07.2015
5.
Zitat von texas_starHerr Abu-Jamal ist ein rechtskraeftig verurteilter Polizistenmoerder....
Zwischen 1933 und 1945 wurden auch viele Menschen rechtskräftig verurteilt.
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